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Lexikon der Biologie |
Adenylattranslokator m [von *aden -], ATP-ADP-Carrier, Transportsystem der inneren Mitochondrienmembran (Mitochondrien), das normalerweise den äquimolaren Austausch eines externen ADP3–-Moleküls gegen ein internes ATP4–-Molekül, das in der Mitochondrienmatrix während der oxidativen Phosphorylierung (Atmungskettenphosphorylierung) gebildet wurde, durchführt (Antiport, Cotransport, Membrantransport). Der Adenylattranslokator besteht aus zwei Untereinheiten mit einer relativen Molekülmasse von je 32 000. In Herzmitochondrien macht er 12% des Gesamtproteins der inneren Membran aus. Er ist für die hohe Spezifität der oxidativen Phosphorylierung verantwortlich, da nur ADP, ATP, dADP und dATP transportiert werden, nicht dagegen andere NDP- oder NTP-Moleküle. Die Transportrate (Turnover) liegt bei 500–600/min (18 °C) pro Adenylattranslokator. Eine Hochrechnung der Gesamtleistung des Adenylattranslokator-Systems eines erwachsenen Menschen ergibt ca. 120 mol/Tag, das entspricht 60 kg ATP/ADP pro Tag. Der Adenylattranslokator kann spezifisch durch Atractylosid (von außen) und Bongkreksäure (von innen) gehemmt werden. Auch die innere Hüllmembran der Plastiden (Chloroplasten) verfügt über einen Adenylattranslokator. Hier liegen die Transportraten jedoch 1–2 Größenordnungen unter den bei Mitochondrien gemessenen. Die Versorgung des Cytoplasmas mit der während der Photosynthese erzeugten Energie erfolgt hier im wesentlichen über den Phosphattranslokator.
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