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Lexikon der Biologie |
Ambulacralgefäßsystem [von latein. ambulacrum = Spaziergang, Gang], Ambulakralgefäßsystem, Wassergefäßsystem, flüssigkeitsgefülltes Röhrensystem der Stachelhäuter, das vom Hydrocoel (Mesocoel) gebildet wird und über das Axocoel (Protocoel) mit dem Meerwasser in Verbindung steht. Das Ambulacralgefäßsystem besteht aus einem um den Mund gelegenen Ringkanal und 5 Radiärkanälen, die sich der fünfstrahligen Radiärsymmetrie der Stachelhäuter einfügen. Die Radiärkanäle (Ambulacren, Ambulakren) geben seitlich paarige Abzweigungen ab, die nach kurzem oberflächenparallelem Verlauf zur Körperdecke umbiegen und schlauchförmige, muskularisierte Tentakel bilden, die Ambulacralfüßchen. An den Umbiegungsstellen der Seitenkanälchen finden sich häufig mit Muskulatur versehene Ampullen. Kontraktion dieser Ampullen preßt Flüssigkeit aus dem Ambulacralgefäßsystem in die Füßchen, die sich auf diese Art strecken. Umgekehrt ermöglicht Kontraktion der Füßchenmuskulatur ein Rückziehen der Füßchen und Füllen der Ampullen. Dem Ambulacralgefäßsystem und den Ambulacralfüßchen kommen so wichtige Aufgaben bei der Fortbewegung und Nahrungsaufnahme sowie bei Atmung (Atmungsorgane), Exkretion und Reizaufnahme zu. Stachelhäuter.
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