Artikel Lexikon der Biologie

Aminosäuresequenz w, die schriftartige Reihenfolge der 20 proteinogenen Aminosäuren in Peptiden und Proteinen. 1953 gelang F. Sanger erstmals die Ermittlung einer vollständigen Aminosäuresequenz (des Insulins). Unter ständiger Verfeinerung der Methoden sind seitdem Tausende von Aminosäuresequenzen analysiert worden, so daß die Aminosäuresequenzanalyse heute eine der wichtigsten Methoden der Proteinforschung darstellt. Die Aminosäuresequenz ist genetisch festgelegt durch die Nucleotidsequenz der betreffenden Gene (Gen) bzw. der von den Genen transkribierten mRNA (messenger-RNA, genetischer Code, Transkription, Translation). Die Aminosäuresequenz als rein lineare Verknüpfung der einzelnen Aminosäuren ist identisch mit der Primärstruktur von Peptiden und Proteinen. Durch sie sind letztlich auch die höheren, dreidimensionalen Strukturen (Sekundärstruktur, Tertiärstruktur und Quartärstruktur) und damit auch die verschiedensten Funktionen der Proteine determiniert. Durch Vergleich von Aminosäuresequenzen möglichst ubiquitär vorkommender Proteine, z. B. der Cytochrome oder Globine, lassen sich Verwandtschaftsbeziehungen (molekularer Stammbaum, Sequenzstammbaum) auf molekularer Ebene ableiten. Aminosäureanalysator, Colinearität, Moore (S.), Sequenzierung.

Copyright Spektrum Akademischer Verlag

Alle Artikel zum Fachgebiet:
  Biochemie

[Drucken] [Zurück]

 
» zur Suche
 
 
Anzeige
 

Zugriff auf alle Lexika

erhalten Sie über ein Abonnement von Spektrum.de Premium. »
 
Anzeige
 
Science-Shop
Anita Schäffer/Norbert Schäffer
Entdecken Sie den Artenreichtum der Insektenwelt in ihrem Garten »
 

DenkMal

Mit welchem Hilfsmittel versuchte der französische Naturforscher Buffon im 18. Jahrhundert die Kreiszahl Pi zu bestimmen?
Pi
Mit einer Nadel
Mit einer Waage
Mit einem Weinfass
Mit einem Stab
top
szmtag