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Lexikon der Biologie |
Abbau, 1) biologischer Abbau, stufenweises Zerlegen von organischen Substanzen und Makromolekülen (z. B. Proteine, Fette, Kohlenhydrate) innerhalb oder außerhalb der Zelle in ihre Grundbausteine oder niedermolekularen Bestandteile bis hin zu anorganischen Molekülen (z. B. Kohlendioxid, Wasser) unter der katalytischen Wirkung von Enzymen (Katabolismus). Der biologische Abbau durch Mikroorganismen ist z. B. bei Fäulnis und Mineralisation, aber auch bei der Gärung und Abwasserreinigung (Kläranlage) von Bedeutung. Polymere oder komplexe Verbindungen werden in der Natur, insbesondere unter anaeroben Bedingungen, meist nicht von einer Mikroorganismen-Art allein vollständig abgebaut; es sind jeweils Populationen verschiedener Arten daran beteiligt. Dabei werden Fette, Kohlenhydrate und Proteine schneller zersetzt als Lignin, Chitin oder Knochen. Derivate des Benzols, die der Mensch heute in großen Mengen in Form von Pestiziden, Herbiziden und Kunststoffen in die Umwelt entläßt, können von Mikroorganismen nur schwer angegriffen werden (abbaubare Kunststoffe). Radioaktive Stoffe (Radioaktivität) und Schwermetalle werden von Organismen nicht abgebaut. Sie reichern sich in der Natur, vor allem in Nahrungsketten, an (Quecksilber, Cadmium), was zu einer Gefährdung des Menschen führen kann (Itai-Itai-Krankheit, Minamata-Krankheit). abbauresistente Stoffe, anaerobe Nahrungskette, Dissimilation, Leben, Selbstreinigung, Streuabbau, Zersetzung; Dissimilation I . 2) chemischer Abbau, stufenweises Zerlegen von Molekülen in einfachere, bekannte Bausteine zur Strukturaufklärung. Für die Sequenzanalyse von Proteinen (Sequenzierung) ist z. B. der Edmansche Abbau von besonderer Bedeutung. 3) Landwirtschaft: Ertrags- und Qualitätsrückgang von Kulturpflanzen bei fehlender züchterischer Bearbeitung. Abbaukrankheiten.
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