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Lexikon der Biologie |
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Atropin s [von Atropa], giftiges Tropanalkaloid, Racemat des Hyoscyamins aus der Tollkirsche (Atropa belladonna) und vielen anderen Nachtschattengewächsen (
vgl. Abb.
). Atropin hemmt die Wirkung des Parasympathikus und erregt in großen Gaben den Sympathikus. Auf das Zentralnervensystem wirkt Atropin zuerst erregend, dann lähmend. Die Folgen sind erweiterte Pupillen (Pupille), samtige Augen ("bella donna" = schöne Frau), Trockenheit von Mund und Kehle und Rötung des Gesichts. Atropin wird besonders in der Augenheilkunde zur Ruhigstellung und Herabsetzung der Schmerzempfindlichkeit des Auges eingesetzt. Es ist zudem Bestandteil beruhigender und krampflösender Medikamente sowie wichtiges Gegengift z. B. bei Vergiftungen mit Digitalisglykosiden. Anticholinergika, Carboxyl-Esterasen, Ganglienblockade, Hexensalben, Homatropin, Ladenburg (A.), Runge (F.F.), Scopolamin.

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Atropin
Atropin wird durch Isolierung aus hyoscyaminhaltigen Pflanzen, wie Tollkirsche (Atropa belladonna), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) und Stechapfel (Datura stramonium), gewonnen. Der Gesamtalkaloidgehalt der Blätter beträgt bei der Tollkirsche 0,2–1%, beim Bilsenkraut 0,04–0,08% und beim Stechapfel 0,2–0,6%. Atropin ist als Parasympathikolytikum wirksam. Es gehört zu den neurotropen Spasmolytika und wird als Sulfat vor allem bei Krämpfen im Abdominal- und Bronchialbereich angewendet. Es bewirkt eine langanhaltende Pupillenerweiterung. In höheren Dosen können unerwünschte zentrale Wirkungen auftreten. Ein partialsynthetisches Abwandlungsprodukt des Atropins ist Homatropin, bei dem racemische Mandelsäure mit Tropin verestert ist. Es besitzt eine ähnliche Wirkung wie Atropin, aber die Pupillenerweiterung klingt schneller ab.
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