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Lexikon der Biologie |
Augenfleck, 1) Farbmarkierung (Farbe) vieler Tierarten, die das Auge eines Wirbeltieres (Linsenauge) nachbildet, z. B. die Augenflecke auf den Flügeln des Tagpfauenauges (Tracht), an Raupen, auf den Kiemendeckeln von Fischen usw. Der Augenfleck wirkt als Mittel der Abschreckung (Schreckfärbung) von Freßfeinden, da besonders Vögel und Säugetiere offenbar auf die Merkmale von Augen durch einen angeborenen auslösenden Mechanismus mit Vorsicht reagieren. Daher wird der Augenfleck oft sehr plötzlich gezeigt (Aufklappen der Flügel), um die Schreckwirkung zu erhöhen (Abendpfauenauge). Es gibt aber auch Augenflecke, wie im Fall der Kiemendeckel von Fischen, die darauf zielen, gefährliche Angriffe eines Gegners auf das Auge umzuorientieren. In diesem Fall ist das echte Auge häufig durch einen Querstrich oder ähnliches zusätzlich getarnt (Augentarnung). Abwehrauge, Augenfalter, Augenkröten, Fangschreckenkrebse, Mimikry; Augenfalter . 2) Pigmentfleck, Stigma, Ansammlung von aus Carotinoiden bestehenden Pigmenten an der Geißelbasis einiger Einzeller (z. B. Euglena; Algen I ). Neben dem Augenfleck befindet sich eine charakteristische Plasmaschwellung, die einen Photorezeptor enthält. Der Augenfleck schirmt diesen gegen seitlich einfallendes Licht ab. Da sich der Flagellat während der Fortbewegung um die Längsachse dreht (Euglenophyceae, Abb.), führen hauptsächlich von vorne einfallende Lichtstrahlen zur Erregung des Rezeptors, wodurch ein einfaches Richtungssehen ermöglicht wird. Die größte spektrale Empfindlichkeit des Photorezeptors liegt bei 495 nm, im Bereich grünen Lichtes, für den photosynthetisch aktivierten Flagellaten von besonderer Bedeutung. Bei den Phytomonadina tritt vor die Öffnung des Photorezeptors eine blasenartige Ausstülpung des Plasmas, die als Sammellinse einfallendes Licht auf den Rezeptor konzentriert. Miracidium.
H.H./H.W.
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