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Lexikon der Biologie |
Automimikry w [von *auto -, Mimikry], innerartliche Nachahmung zum Zwecke der Täuschung eines Signalempfängers (Signal). Diese kann 1) zwischen verschiedenen Individuen derselben Art sein. Im einfachsten Fall imitieren bei aculeaten Hautflüglern (Wespen, Bienen) die wehrlosen Männchen ihre wehrhaften Weibchen. Sie imitieren sogar die Stechbewegungen, ohne einen eigenen Wehrstachel (Giftstachel, Stechapparat) zu besitzen. Die Männchen der Dolchwespen (Hautflügler) haben sogar dazu einen eigenen Pseudostachel entwickelt, mit dem sie zustechen, ohne ernsthaft zu verletzen. In anderen Fällen (z. B. bei Bärenspinnern) profitieren ungiftige Individuen davon, daß andere Individuen in der Population giftig sind, weil sie mit der Nahrung genügend Giftstoffe aufgenommen haben. Sie selbst sind aber völlig ungiftig. 2) Intraindividuelle Imitation eigener Körperteile zum Zwecke der Tarnung oder häufiger zur Abschreckung. So imitieren verschiedene Schlangen oder junge Skolopender mit ihrem Hinterende ihren (gefährlichen) Kopf, der zudem noch auffällig gefärbt ist. Eine Reihe von Zipfelfaltern unter den Bläulingen bildet mit ihren Hinterflügeln einen falschen Kopf mit Fühlern und Augen aus, um damit Freßfeinde auf eine für Verletzungen tolerierbare Körperregion abzulenken. Ethomimikry, Hundertfüßer, innerartliche Täuschung, Mimikry.
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