Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Thyroxin, 3,5,3',5'-Tetraiodthyronin, Abk. T4, ein für Wachstum und Entwicklung unentbehrliches Schilddrüsenhormon ( vgl. Abb. ), das zusammen mit dem zweiten Schilddrüsenhormon, dem 3,5,3'-Triiodthyronin, (Abk. T3) aus L-Thyrosinresten des Thyroglobulins entsteht, das den Hauptteil des Schilddrüsenfollikels bildet. Synthese und Freisetzung von T3 und T4 werden durch das vom Hypophysenvorderlappen gebildete Thyreotropin stimuliert. Parallel dazu kommt es zu einer gesteigerten Iodaufnahme in die Schilddrüse. Beide Hormone werden im Blut transportiert, z.T. in freier Form und z.T. an Präalbumin und Glykoprotein gebunden. Die Wirkung des T. (wobei die aktivere Form das Triiodthyronin ist) ist außerordentlich vielseitig und besteht in einer generellen Aktivierung des Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsels und somit Stimulation des Sauerstoffverbrauchs (Erhöhung des Grundumsatzes und damit der Stoffwechselintensität). In physiologischer Dosis wirken beide Hormone steigernd auf die RNA- und Proteinsynthese, in hoher Dosis mit negativer Stickstoffbilanz hingegen Protein abbauend, außerdem werden Fettdepots abgebaut. Unabhängig vom kalorigenen Effekt beschleunigt T. Zelldifferenzierung und Metamorphose (z.B. die Umwandlung von der Kaulquappe zum Frosch).

Der Abbau von T. erfolgt durch Deiodierung (Wiederverwertung eines Teils des Iods in der Schilddrüse), Desaminierung und Bindung an Glucuronsäure oder Schwefelsäure in der Leber.



Thyroxin

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