Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Chiasma opticum, Sehnervenkreuzung, die an der Basis des Zwischenhirns (Gehirn) liegende partielle oder vollständige Kreuzung der beiden von den Augen kommenden Sehnerven. Bei niederen Wirbeltieren, so z.B. dem Frosch kreuzen im C.o. alle Nervenfasen des vom linken Auge kommenden Sehnerven in die rechte Hirnhälfte und umgekehrt. Bei den Säugetieren kreuzt dagegen nur noch ein Teil der Nervenfasern und beim Menschen sind es nur noch gut die Hälfte der Axone, die im C.o. kreuzen. Dies steht offensichtlich mit dem binokularen Sehen in Zusammenhang: In dem Maße, wie sich die Gesichtsfelder der beiden Augen überlappen, bleiben im C.o. die Axone der temporal gelegenen Ganglienzellen der Netzhaut ungekreuzt, während die nasal liegenden Ganglienzellen kreuzen. Dies bedeutet, dass hinter dem C.o. im Tractus opticus jeweils die Fasern der gleichseitigen temporalen Netzhauthälfte zusammen mit denjenigen der kontralateralen nasalen Netzhauthälfte vereint sind.

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