Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Glutathion, L-Glutamyl-L-Cysteinyl-L-Glycin, Abk. GSH, ein Tripeptid, das bei Tieren und den meisten Pflanzen in nahezu allen Zellen sowie bei Bakterien vorkommt. Aufgrund seiner Thiolgruppe (Thiole) und der γ-Glutamylbindung besitzt G. eine Fülle von biologischen Funktionen, die Entgiftungsreaktionen (Biotransformation), Strukturbildung von Proteinen, Reparatur von DNA-Schäden (DNA-Reparatur), Beeinflussung des Zellmilieus und damit Beteiligung an Entwicklungs- und Alternsprozessen umfassen. Außerdem fungiert es als biologisches Redoxagens, Coenzym und Cofaktor und als Substrat bei bestimmten Kopplungsreaktionen. GSH wird in der Zelle in zwei Schritten gebildet: Glu + Cys → γ-Glu-Cys und γ-Glu-Cys + Gly → GSH. Biosynthese und Abbau des G. sind in den γ-Glutamylzyklus mit eingebunden. In seiner Funktion als Redoxagens fängt GSH freie Radikale ab und reduziert Peroxide:

2 GSH + ROOH → GSSG + ROH + H2O ( vgl. Abb. ) Durch diese Reaktion werden Membranlipide vor diesen reaktiven Substanzen geschützt. G. ist besonders wichtig in der Linse des Auges und bei Parasiten, die keine Katalase zur Entfernung von Peroxid (H2O2) besitzen.



Glutathion: Die Oxidation von Glutathion zu GSSG

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