Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Insektizide, Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung und zum Abtöten von Insekten (Schädlingsbekämpfung). Sie können als Fraß-, Berührungs- und/oder Atemgift wirken. Nach der Eindringtiefe in das Pflanzengewebe unterscheidet man Kontaktinsektizide, die nur an der Oberfläche der Pflanzen wirken, I. mit Tiefenwirkung bzw. lokalsystemische I. und die systemischen I., die in der Pflanze transportiert werden.

Alle I. sind Nervengifte und verursachen durch Überreaktionen der Nerven den Tod des Insekts. Die meisten I. erfassen sowohl nützliche als auch indifferente Insekten. Zu den wenigen selektiv wirksamen I. gehören die systemischen I. Sie schädigen nur saugende Insekten, Nutzinsekten werden dagegen geschont. Die meisten I. sind bienengefährlich und fischgiftig. Heute werden vorwiegend organische I. eingesetzt. Zu ihnen gehören die Chlorkohlenwasserstoffe (DDT, Lindan), die Phosphorsäureester, die Carbamate und die synthetischen Pyrethroide. Phosphorsäureester wirken neurotoxisch, indem sie die Acetylcholinesterase hemmen, ein Enzym, das für den Abbau von Acetylcholin verantwortlich ist. Phosphorsäureester besitzen im Gegensatz zu den Kohlenwasserstoffen eine hohe akute Toxizität, werden jedoch schnell wieder abgebaut. Carbamate hemmen ebenfalls die Acetylcholinesterase und wirken daher ähnlich wie die Phosphorsäureester.

Zu den natürlichen I. gehören die Pyrethroide (Hauptwirkstoff Pyrethrin I), deren insektizide Wirkung auf einer Beeinflussung der Natriumkanäle der Nervenmembranen besteht.

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