Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Lysozym, Muramidase, eine weit verbreitet vorkommende Hydrolase, die in Bakteriophagen, Bakterien, Pflanzen und Tieren vorkommt. Bei Wirbeltieren findet sich L. vor allem in Speichel, Tränenflüssigkeit und den Schleimhäuten sowie im Eiklar. L. löst als bakteriolytisches Enzym die Proteoglykankomponente der Bakterienmembran auf, indem es dieβ1→4-Bindung zwischen N-Acetylglucosamin und N-Acetylmuraminsäure hydrolysiert. Auf diese Weise schützt L. vor bakteriellen Infektionen. Tierische L. bestehen stets aus einer Kette von 129 Aminosäuren, die durch vier Disulfidbrücken und Wasserstoffbrücken, insbesondere zwischen den Seitenketten von Serin, Threonin, Asparagin und Glutamin, zu einem globulären Protein bekannter Tertiärstruktur zusammengefaltet sind. Ein L.-Molekül wird wie andere Hydrolasen auch durch einen Spalt in zwei Hälften geteilt. Dieser Spalt ist das aktive Zentrum des L., das der Aufnahme einer Hexasaccharideinheit des zu hydrolysierenden Proteoglycanmoleküls dient.

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