Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Noradrenalin, Norepinephrin, ein Hormon und Pharmakon mit Wirkung auf das Nerven- und das Herz-Kreislauf-System. N. wirkt im sympathischen Nervensystem (Sympathikus) als adrenerger Neurotransmitter (Transmittersubstanzen). Die Blutgefäße werden mit Ausnahme der Herzkranzgefäße durch N. kontrahiert; dadurch kommt es zu einer Erhöhung des peripheren Widerstands und somit zu einem Blutdruckanstieg. Ein Vergleich der Wirkungen von N. und Adrenalin führte zu einer Einteilung der postsynaptischen Rezeptoren in α- und β-Rezeptoren. Die α-Rezeptoren reagieren stärker auf Adrenalin und wirken i.Allg. anregend (jedoch nicht auf glatte Darmmuskulatur). Die β-Rezeptoren reagieren auf N. und wirken generell hemmend. N. ist ein biogenes Amin aus der Gruppe der Catecholamine und wird neben dem Adrenalin im Nebennierenmark und in den adrenergen Neuronen im Nervensystem aus Tyrosin über Dopa (Dopamin) gebildet. N. wird in demselben Gewebe durch das Enzym Noradrenalin-N-Methyltransferase teilweise in Adrenalin überführt.

Abbau und Ausscheidung von N. erfolgen nach O-Methylierung und oxidativer Desaminierung durch eine Monoamin-Oxidase zu 3-Methoxy-4-hydroxymandelsäure (Vanillinmandelsäure). Diese ist in den peripheren Teilen des Körpers und im Harn der Hauptmetabolit des N. Ihr Gehalt im Harn ist eine Kennzahl für die parasympathische Nervenfunktion und wird zur Diagnose von Tumoren herangezogen, die N. oder Adrenalin produzieren.

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