Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Reiz, Stimulus, 1) in der Physiologie Bez. für eine innerhalb (Innenreiz, z.B. Organreiz) oder außerhalb (Außenreiz) eines Organismus erfolgende Zustandsänderung, die zu einer messbaren Änderung im Organismus führt bzw. von ihm wahrgenommen wird. Man unterscheidet chemische, osmotische, thermische, mechanische, elektrische, akustische und optische (Licht-)Reize. Ob der R. eine Erregung, Empfindung oder Reaktion (z.B. Reflex) auslöst, hängt davon ab, ob er einen Schwellenwert (Reizschwelle) überschreitet, also unter- oder überschwellig wirkt. Um überschwellig zu werden, muss jeder R. einem Rezeptor einen Mindestbetrag an Energie zu- bzw. abführen. Dieser Betrag (Schwellenintensität) setzt sich zusammen aus der Reizintensität und der Einwirkungsdauer und hat die Dimension einer Leistung, die in Watt angegeben wird. Zu diesen quantitativen Bedingungen kommt noch die qualitative hinzu, dass der R. adäquat sein muß (adäquater R.), d.h.es muss ein R. sein, für den der Rezeptor die größte Empfindlichkeit besitzt (z.B. Licht für die Rezeptoren der Netzhaut des Auges).

2) In der Ethologie wird R. gelegentlich synonym mit Schlüsselreiz benutzt; dieser Begriff bezeichnet jedoch komplexe R., die vom zentralen Nervensystem aufgenommen werden, i.e.S. sogar nur solche R., die über einen angeborenen Auslösemechanismus (AAM) wirken. (Adaptation, Rezeptoren, Signaltransduktion)

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