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Lexikon der Geographie |
Altersstruktur, Altersgliederung, spiegelt die Verteilung der Bevölkerung auf die einzelnen Altersjahrgänge wider, die i.A. zu Altersgruppen, Altersklassen oder Kohorten mit fünf Jahrgängen zusammengefasst sind. Das Alter einer Person, das üblicherweise auf die abgeschlossenen Lebensjahre abgerundet wird, ist ein biologisches Merkmal zur Charakterisierung der
Bevölkerungsstruktur, prägt aber auch gruppenspezifisches Verhalten mit Auswirkungen auf demographische Prozesse wie z.B. die
Altenwanderung. Oft ordnet man die Altersjahrgänge Lebensabschnitten zu: unter 15-Jährige (Kindheit, Ausbildung), 15- bis unter 65-Jährige (Erwerbstätigkeit) und mindestens 65-Jährige (Ruhestand).
Kennziffern zur Charakterisierung der Altersstruktur sind das mittlere Alter oder Durchschnittsalter, das dem arithmetischen Mittel aus dem Alter aller Personen entspricht, und das Medianalter, jenes Alter, zu dem 50% der Bevölkerung jünger und 50% älter sind. Zu genaueren Angaben über soziale und ökonomische Auswirkungen der Altersstruktur dienen
Altersstrukturindices auf Basis der Lebensabschnitte. Die Unterteilung der Bevölkerung in genau drei Altersgruppen erlaubt, die zeitliche Dynamik der Altersgliederung in einem
Strukturdreieck vergleichend zu betrachten
(
Abb. 1). In Europa, Nordamerika und Australien, wo der
demographische Übergang früh einsetzte, sind die Einwohner im Mittel älter, in den übrigen Erdteilen jünger als die Weltbevölkerung. Weltweit ist der Trend einer Alterung oder "demographic ageing" der Bevölkerung zu erkennen.
Die
Alterspyramide für die alten und neuen Bundesländer zeigt wie sich gesellschaftliche Faktoren auf die Altersstruktur auswirken
(
Abb. 2): Die gemeinsame Geschichte führte zu vergleichbaren Einschnitten und Ausbuchtungen. Unterschiede äußern sich bei den stärker vertretenen 5- bis 20-Jährigen in den neuen Bundesländern als Folge der pronatalistischen
Bevölkerungspolitik in der DDR seit Mitte der 70er-Jahre. In den alten Bundesländern erhöhten Zuwanderungsgewinne die Besetzung bei den 20- bis unter 40-Jährigen. Die Umbruchsituation in den neuen Bundesländern führte zu einem massiven Geburtenrückgang und damit zu zurückgehenden Zahlen für die jüngste Altersgruppe. Die annähernd konvexe Außenbegrenzung der Alterspyramiden in
Abb. 2 hebt die Überalterung in beiden Bevölkerungen hervor, die sich aufgrund des Geburtenrückganges von der Basis und aufgrund der stetig zunehmenden Lebenserwartung von der Spitze der Alterspyramide her ergibt.
PG


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