Artikel Lexikon der Neurowissenschaft

Adrenalin s [von latein. ad = zu, renes = Nieren], Epinephrin, Suprarenin, Vasotonin, Vasokonstriktin, E epinephrine, Hormon des catecholaminogenen Adrenalgewebes (Nebennierenmark; bei Säugern der Medulla; Nebenniere); erstmals 1901 von Takamine isoliert ( siehe Abb. ). Die Synthese erfolgte 1904 durch Stolz und Dakin und war die erste künstliche Darstellung eines Hormons. Adrenalin ist ein Derivat des Brenzcatechins (E catechol) und kommt in allen Wirbeltieren sowie einigen Wirbellosen vor. Der Titer im Blutplasma des Menschen beträgt bis zu 470 pmol/l bei einer Halbwertszeit von 2 Minuten. Geschwindigkeitsbestimmender Schritt der Biosynthese ist die Hydroxylierung von Tyrosin zu Dopa. Die Ausschüttung wird in aversiven Situationen und bei Streß über den Nervus splanchnicus des Sympathicus vermittelt. Adrenalin wirkt mit gleicher Affinität auf die adrenergen Rezeptoren α1, α2, β1 und β2. Im Kohlenhydratstoffwechsel ist Adrenalin Gegenspieler des Insulins. Über β1- und β2-Rezeptoren aktiviert Adrenalin ein G-Protein, welches das in der Zellmembran lokalisierte Enzym Adenylatcyclase stimuliert. Dies führt zur Bildung des sekundären Boten cAMP, Aktivierung der Proteinkinase A und Freisetzung von Glucose ins Blut. Über α1-Rezeptoren bewirkt Adrenalin eine Kontraktion der glatten Muskulatur. In höheren Dosen erhöht Adrenalin über β1-Rezeptoren an der glatten Muskulatur die Schlagkraft, Schlagfrequenz und Erregbarkeit des Herzens. In die Blutbahn freigesetztes Adrenalin überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke. Synthetisches Adrenalin (Suprarenin) wird als Zusatz zu Lokalanästhetika verwendet. Es mindert die Blutung und verlängert die Wirkung der Lokalanästhesie. Im peripheren sympathischen Nervensystem ist Adrenalin neben dem ähnlich wirkenden Noradrenalin chemische Erregungsüberträgersubstanz (Neurotransmitter) von Nervenreizen. Als Antagonist wirkt das Acetylcholin des parasympathischen Nervensystems (Parasympathicus). Im Zentralnervensystem wurden Adrenalin-synthetisierende Neurone im Bereich des Hirnstamms identifiziert. Adrenalin spielt aber im Vergleich zum Noradrenalin nur eine untergeordnete Rolle bei der zentralnervösen Regulation autonomer Funktionen (Parasympathicus). Alarmreaktion, Catecholamine.



Adrenalin

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  Neuroendokrinologie, Zell- und Molekularbiologie

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