25 Jahre Spektrum / Teil XII
Ein Universum voll dunkler Rätsel
Im vergangenen Vierteljahrhundert hat die Kosmologie enorme Fortschritte gemacht – und dabei enthüllt, dass das Universum größtenteils aus unsichtbarer Dunkler Materie und rätselhafter Dunkler Energie besteht.
Gerhard Börner
Schon damals waren sich fast alle Kosmologen einig, dass ein akzeptabler Rahmen für die Theorie des Kosmos durch das "Urknallmodell" vorgegeben war – wie es sein prominentester Gegner, der britische Astronom Sir Fred Hoyle, zunächst abfällig tituliert hatte. In diesem Modell entwickelt sich die kosmische Materie und Strahlung aus einem nahezu strukturlosen, heißen und dichten Frühzustand zu dem komplexen Universum, das wir heute beobachten. Dem gleichmäßigen Anfangszustand sind kleine Störungen überlagert, die schließlich durch ihre Eigengravitation zu Galaxien und Galaxienhaufen werden. Diese Vorstellungen lassen sich mathematisch mit einfachen Lösungen der Einstein’schen Allgemeinen Relativitätstheorie präzisieren. Diese so genannten Friedman-Lemaître-Modelle geben viele Beobachtungen befriedigend wieder. Nicht mehr als zwei Zahlen – die heutige Ausdehnungsrate und die mittlere Massendichte des Kosmos – schienen ausreichend, um die Modelle festzulegen und damit nach Meinung vieler Kosmologen das Universum durch und durch zu kenne


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