Seit 1964 treffen sich Wissenschaftler alle zwei Jahre bei den so genannten Texas-Konferenzen, um astronomische Beobachtungen zu diskutieren, die für die Kosmologie von Bedeutung sind. Diese Zusammenkünfte hatten in Austin (Texas) begonnen, inspiriert durch die kurz vorher erfolgte Entdeckung der Quasare. Was diese weit entfernten, ungeheuer leuchtstarken "quasistellaren Objekte" mit Energie versorgt, war damals noch ein Rätsel; heute vermutet man dahinter Galaxienkerne, die unter ihrer eigenen Schwerkraft zu extrem massereichen Schwarzen Löchern kollabiert sind und gierig umgebende Materie verschlucken. Im Dezember 1978 fand die Texas-Tagung in München statt. Aus den Konferenzpapieren lässt sich recht gut der Stand der Kosmologie vor 25 Jahren ablesen. Für mich war diese Tagung der Einstieg in die kosmologische Forschung.

Schon damals waren sich fast alle Kosmologen einig, dass ein akzeptabler Rahmen für die Theorie des Kosmos durch das "Urknallmodell" vorgegeben war – wie es sein prominentester Gegner, der britische Astronom Sir Fred Hoyle, zunächst abfällig tituliert hatte. In diesem Modell entwickelt sich die kosmische Materie und Strahlung aus einem nahezu strukturlosen, heißen und dichten Frühzustand zu dem komplexen Universum, das wir heute beobachten. Dem gleichmäßigen Anfangszustand sind kleine Störungen überlagert, die schließlich durch ihre Eigengravitation zu Galaxien und Galaxienhaufen werden. Diese Vorstellungen lassen sich mathematisch mit einfachen Lösungen der Einstein’schen Allgemeinen Relativitätstheorie präzisieren. Diese so genannten Friedman-Lemaître-Modelle geben viele Beobachtungen befriedigend wieder. Nicht mehr als zwei Zahlen – die heutige Ausdehnungsrate und die mittlere Massendichte des Kosmos – schienen ausreichend, um die Modelle festzulegen und damit nach Meinung vieler Kosmologen das Universum durch und durch zu kenne