Ökologie
POEMA - Die leise Rückkehr des Regenwaldes
LKO, Köln 2002. 159 Seiten, 29,90 €
Werner Lachmann
Die Grundidee lässt sich rasch darstellen. Eine wesentliche Ursache der ökologischen Verwerfungen und der Vernichtung des Regenwaldes liegt in der Armut der dort lebenden Menschen. Wanderbauern brandroden Teile des wertvollen Regenwaldes in Amazonien. Da ihnen agrarökonomische Kenntnisse fehlen und die Regierung kein entwicklungspolitisches Konzept hat, bauen sie Monokulturen an.
Die Folgen sind bekannt: In kurzer Zeit ist die dünne Humusschicht ausgelaugt, und nur eine nackte Erosionslandschaft bleibt zurück, was die Kleinbauern zwingt, tiefer in den Regenwald zu ziehen und den Kreislauf der Zerstörung weiterzuführen. In Amazonien werden jährlich knapp zwei Millionen Hektar Wald vernichtet, was sieben Fußballfeldern pro Minute entspricht.
Das Projekt POEMA (die Abkürzung ist auch das portugiesische Wort für "Gedicht"), das an die Bundesuniversität von Pará in Belém angegliedert ist, hat sich zum Ziel gesetzt, den Einheimischen einen Ausweg aus der Armut und eine ökonomische Perspektive zu bieten, ohne dass dem Regenwald weiterer ökologischer Schaden zugefügt wird. Wanderfeldbauern sollen sesshaft gemacht werden, was zugleich den sozialen Druck auf die Slums am Rande der Großstädte reduzieren würde; Waldinseln sollen den ökologischen Schaden durch Brandrodung in Grenzen halten. Naturgerechter Anbau, die Versorgung mit sauberem Wasser und die Einbindung in den Welthandel werden als Ziel verfolgt. So werden Naturfasern aus Kokosnüssen für die Automobilproduktion in Brasilien verwendet, was den beteiligten Gemeinden eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht.
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