Die Evolution hat solch physikalische Hemmnisse gleich mehrfach überwunden und so können verschiedenste Tierarten dem Anschauungsunterricht dienen. Besonders am Flug der Vögel ist bereits ausgiebig geforscht worden. Falken, Schwalben, Rotkehlchen und viele andere sind schon durch Windkanäle gejagt und haben geholfen, die Bewegungen ihrer Flügel mit Hochgeschwindigkeitskameras bis ins kleinste Detail zu belichten.
Verräterische Wirbel
Verwirbelungen der Luft verrieten, wie die verschiedenen Komponenten des Flügelschlags aerodynamisch wirken: Der abwärts gerichtete Schlag des Flügels erzeugt – stark verkürzt – Auftrieb und Schub. Besonderen Anteil daran haben die Schwungfedern. Würde der Aufwärtsschlag nun ebensolchen Abtrieb erzeugen, bliebe das Rotkehlchen am Boden. Daher drehen Vögel ihre Schwungfedern, wenn sie ihre Flügel nach oben ziehen. Wie eine Jalousie je nach Stellung Sonnenlicht in ein Zimmer fallen lässt oder eben nicht, kippen Vögel ihre Federn, um die Flügel mehr oder weniger luftdurchlässig zu machen und damit insgesamt mehr Auf- als Abtrieb zu erzeugen.
Fliegen ohne Federn
Zwar können Fledermäuse und Flughunde ihre Flügel nach Belieben einklappen, aber im Gegensatz zum Brustschwimmer – der Auf- und Vortrieb erzeugt, indem er die Arme ausgestreckt nach hinten zieht, um sie dann eingezogen und eng am Körper wieder nach vorn zu führen – bleiben die Flügel der Fledertiere auch in der aufwärts gerichteten Bewegung weit gehend aufgespannt. Der Trick muss also noch ein anderer sein, dachte sich Flugforscher Anders Hedenström von der Universität Lund machte sich zusammen mit schwedischen, amerikanischen und deutschen Kollegen daran, den Kniff zu ergründen.
Auftrieb für Maschinen
Was die Natur gleich auf mehreren sehr unterschiedlichen Wegen perfektioniert hat – die aktive individuelle Flugfähigkeit in Miniatur –, fällt Ingenieuren nach wie vor schwer. Daher hoffen die Forscher, dass ihre Ergebnisse die Entwicklung kleinster flatternder Flugmaschinen, denen es bislang meist an Auftrieb fehlt, voran bringen werden.
Mich persönlich bringen diese Erkenntnisse nicht weiter, wenn ich des Morgens desillusioniert feststellen muss, dass ich doch wieder nicht zum König der Lüfte geworden bin. Aber beim Wassertreten, da werde ich den den Kniff mit den vor- und zurückkippenden Handflächen demnächst mal ausprobieren.







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