Astrophysik
Kosmische Monster der Mittelklasse
Außer den riesigen Mahlströmen in den Zentren aktiver Galaxien und den kleinen kosmischen "Staubsaugern", die bei Sternexplosionen entstehen, könnte es nach Beobachtungen von Röntgensatelliten eine dritte Art Schwarzer Löcher geben.
Markus Pössel
Wer das erste Mal von Schwarzen Löchern hört, dürfte versucht sein, sie ob dieser extremen Eigenschaften ins Reich der Science-Fiction zu verweisen. Eine derart verzerrte Raumzeit stellt die Vorstellungskraft selbst dann auf eine harte Probe, wenn man sich mit den Grundlagen von Einsteins vierdimensionaler Weltbeschreibung vertraut gemacht hat. Und doch spricht eine Vielzahl von Forschungsergebnissen dafür, dass die gefräßigen Monster nicht bloß theoretische Konstrukte sind, sondern höchst reale Objekte, die das All in großer Zahl bevölkern (Spektrum der Wissenschaft 8/99, S. 26).
Theoretisch am besten verstanden sind die so genannten stellaren Schwarzen Löcher. In Sternen wie unserer Sonne halten sich der Strahlungsdruck der Kernfusionsprozesse und die Schwerkraft die Waage; ist der Kernbrennstoff verbraucht, kommt es zum Kollaps. Für genügend schwere Sterne, das ergaben entsprechende Rechnungen, sollte das Endstadium des Zusammenbruchs, der in diesem Falle als kurzzeitig aufflammende Supernova sichtbar wird, ein Schwarzes Loch sein. Obwohl solche Sterne anfangs erheblich schwerer sein können als die Sonne, stoßen sie beim Kollabieren einen großen Teil ihrer Materie ab; stellare Schwarzer Löcher enthalten deshalb typischerweise nur zwischen drei und einigen Dutzend Sonnenmassen.
Sehr viel größere Schwarzer Löcher vermuten die Astrophysiker dagegen in Quasaren und Kernen aktiver Galaxien. Nur sie könne


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