Bildartikel
Licht auf Abwegen
Am Beispiel einer Materiescheibe um ein Schwarzes Loch läßt sich zeigen, wie ein starkes Gravitationsfeld die Lichtausbreitung beeinflußt. Computersimulationen machen diese relativistischen Effekte sichtbar und helfen, sie zu verstehen.
Christoph Kindl, Norbert Quien und Rainer Wehrse
Lewis Carroll
Alice im Wunderland
Ein massereicher Stern, der am Ende seiner Entwicklung zu einem Schwarzen Loch kollabiert, scheint eine wesentliche Eigenschaft aller uns bekannten körperlichen Objekte aufzugeben: die Kopplung von Materie und Masse. Ähnlich wie die Cheshire-Katze aus der Erzählung des englischen Schriftstellers Lewis Carroll (1832 bis 1898), die im Nirgendwo verschwindet und nur ihr Grinsen zurückläßt, entschwindet der in sich zusammenstürzende Stern mit seiner gesamten Materie aus unserem Universum und hinterläßt nur seine Masse mit ihrem Gravitationsfeld. Dies vermag allerdings weiterhin Materie aus der Umgebung anzuziehen, die dann auf spiralförmigen Bahnen in das körperlose Massenzentrum fällt und ebenfalls verschwindet; die Masse des Schwarzen Loches und damit auch die Stärke seines Gravitationsfeldes nehmen auf diese Weise immer weiter zu.
Derart massereiche und kompakte Objekte wie Schwarze Löcher rufen dramatische und seltsame Effekte her-vor. Jede Art von Materie, die in einen solchen kosmischen Mahlstrom gerät und sich bis auf einen bestimmten Abstand – nach dem deutschen Astronomen Karl Schwarzschild (1873 bis 1916) Schwarzschild-Radius genannt – dem Loch genähert hat, entrinnt diesem Bereich niemals wieder. Die Gravitation ist so stark, daß selbst Licht nicht entweichen kann. Weil damit keinerlei Information über ein Ereignis im Inneren dieses Bereichs nach außen zu dringen vermag, bezeichnet man die durch den Schwarzschild-Radius definierte Kugeloberfläche als Ereignishorizont.
Auch außerhalb dieses Bereichs kommt es zu mer


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