Der Roboter ist eine Schöpfung des Teams um Auke Jan Ijspeert von der Biologically Inspired Robotics Group der Ecole Polytechnique Fédérale von Lausanne. Seine elektronische Schaltung ist den neuronalen Verknüpfungen lebender Salamander nachempfunden: Eine Hauptschaltstelle im Kopf des Roboters entspricht dem Stammhirn des Tieres, eine doppelsträngige elektronische Leitung mit jeweils acht Oszillatoren von Kopf bis Schwanz soll die Neuronenbündel entlang des Knochenmarks von Salamandern simulieren. Auch die vier Extremitäten enthalten jeweils einen eigenen Oszillator. Auf diese Weise hofften die Forscher die elektrischen Impulse nachzubauen, die eine Amphibie jeweils zum Schwimmen oder zum Landgang motivieren.
Im Labor hatten Tests mit Neuronenbündeln des Rückenmarks von Amphibien bereits ergeben, dass eine geringe Stimulation der Nervenzentralen die Tiere zur Bewegung ihrer Beine anregt. Eine höhere Reizdosis führte zur Schüttelbewegung. Doch wie genau die Nervenbündel miteinander vernetzt sind, und warum es keinen Übergangsbereich von der einen Bewegungsform zur anderen gibt, war bislang ungeklärt. Mit Hilfe des hellgelben Plastiksalamanders konnte das Rätsel nun gelöst werden.
Bei einer niedrigschwelligen elektrischen Reizung tapste der Roboter denn auch gemächlich vor sich hin. Überschritt die Frequenz jedoch einen bestimmten Schwellenwert, wurde der Schwimmmodus eingeleitet und die Wirbelsegmente des Roboters entsprechend bewegt. Die Umpolung vom Landgang auf die Schwimmbewegung erfolgte also durch eine Erhöhung der Reizfrequenz. Gleichzeitig wurde die Bewegung schneller, je höher die Frequenz der Reizung war. Die Konsequenz: In Freilandversuchen am Genfer See bewegte sich der elektronische Salamander genauso wie sein lebendes Vorbild – langsam zu Lande, schnell im Wasser. Zudem ähnelten die Bewegungsabläufe des Roboters die seines biologischen Vetters aufs Haar.


Freie Wissenschaftsjournalistin in Bremen





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