Hinsichtlich Auflösung und Farbgenauigkeit übertreffen herkömmliche Kleinbildfilme ihre elektronischen Äquivalente, die CCD-Chips der Digitalkameras, nach wie vor. Und im Gegensatz zu astronomischen CCD-Kameras – mit gekühlten Chips ausgerüstete Spezialentwicklungen – produzieren CCDs für Otto Normalverbraucher ein zu starkes elektronisches Rauschen bei Belichtungszeiten oberhalb von ein paar Sekunden. So lassen sich zwar Aufnahmen vom Mond und den Planeten machen. Für die meisten Sterne, von Galaxien und Nebeln ganz zu schweigen, reicht das aber nicht.
Die afokale Methode
Da die Objekte der meisten handelsüblichen Digitalkameras nicht abnehmbar sind und sie auch kein Schraubgewinde besitzen, bleibt nur eine Möglichkeit, um mit ihnen Bilder durch ein Teleskop aufzunehmen: die »afokale Methode«. Der einfachste Weg ist es, die Kamera mit der Hand direkt vor das Teleskopokular zu halten. Alternativ dazu kann man sie aber auch auf ein separates Stativ schrauben (das reduziert die Teleskop-
Genau wie bei der Okularprojektionsmethode wird das Bild bei der afokalen Methode (siehe auch »Mond, Jupiter & Co. als Filmstars«) stark vergrößert. Dadurch wird eine vergleichsweise lange Belichtungszeit erforderlich, wobei die Bilder verzerrt und vignettiert werden können. Unter Vignettierung versteht man eine Verdunkelung der Bildränder. Sie entsteht, wenn die Kamera zu weit vom Okular entfernt ist oder wenn der Blickwinkel der Kamera größer ist als die Okularlinse. Wenn Sie Planeten oder kleine Objekte fotografieren, die von großen schwarzen Hintergrundflächen umgeben sind, stellt die Vignettierung aber kein Problem dar. Sie können sie auch dadurch gering halten, dass Sie die Kamera so nahe und zentriert wie möglich vor das Okular bringen. Wenn man die Brennweite erhöht, verkleinert sich das Blickfeld der Kamera, wodurch die Vignettierung ebenfalls vermindert oder ganz unterdrückt wird (verwenden Sie aber bitte keinen digitalen Zoom, da er die Auflösung des CCDs verringert). Das Zoomen erhöht auch die Vergrößerung, was das Scharfstellen oft einfacher macht.
Bildverzerrungen können durch eine Kombination von Effekten im Okular und in der Kamera-
Obwohl nicht zwingend notwendig, ist eine Teleskopnachführung doch sehr hilfreich, da sie das Objekt in der Mitte des Kamerabildes festhält, während Sie in Ruhe scharf stellen und belichten können. Auch mit Fernrohren ohne Nachführung lassen sich gute Bilder aufnehmen, solange die Belichtungszeit nur kurz genug ist. Setzen Sie das Zielobjekt zunächst in diejenige Ecke des Blickfeldes, die seiner Bewegung entgegengesetzt ist. Warten Sie, bis es in die Mitte gewandert ist, und betätigen Sie dann den Auslöser.
Genau wie bei der analogen Astrofotografie müssen Sie Ihre Kamera auch bei der Digitalfotografie sehr genau scharf stellen, da sich jede Unschärfe deutlich auf dem Bild abzeichnet. Als ersten Schritt müssen Sie das Teleskop fokussieren. Falls Sie unter Fehlsichtigkeit leiden, so setzen Sie dazu Ihre Brille auf. Dann stellen Sie den Fokus Ihrer Kamera manuell auf »unendlich«. Ist dies bei Ihrem Gerät nicht möglich, so erledigt das die Autofokusfunktion in der Regel selbst. Der LCD-Monitor, wie ihn viele Kameramodelle haben, kann zum Zentrieren und Fokussieren zu Hilfe genommen werden, auch wenn er recht klein und grobkörnig ist.
Falls Ihre Kamera einen Videoausgang hat, können Sie sie an einen tragbaren Fernseher anschließen. Diese Echtzeitvideowiedergabe ist auch bei wechselhaftem »Seeing« nützlich, um den besten Zeitpunkt für die Aufnahme zu erkennen.
Wenn Sie Bilder der Sonne durch Ihr Teleskop aufnehmen wollen, brauchen Sie einen geeigneten, sicheren Sonnenfilter. Decken Sie immer den Kamerasucher ab, um nicht versehentlich hinein zu blicken! Das Scharfstellen mit Hilfe des kleinen LCD-Bildschirms der Kamera kann im hellen Tageslicht schwierig sein. Schirmen Sie daher die Kamera ab, so gut es geht, oder benutzen Sie einen externen Monitor. Manche Fotografen nehmen auch eine Lupe, die sie mit Gummis oder Klettband am LCD-Schirm befestigen.
Die Aufnahme des Bildes
Anders als bei herkömmlichen Spiegelreflexkameras gibt es bei Digitalkameras keinen Umklappspiegel, der zu Beginn einer Belichtung Vibrationen verursacht. Trotzdem kann auch bei Digitalkameras das Bild verwackeln, wenn Sie den Auslöser betätigen. Um dies zu vermeiden, verwenden Sie am besten den Selbstauslöser der Kamera oder – soweit vorhanden – eine schnurlose Fernbedienung. Andernfalls müssen Sie den Auslöser sehr sachte drücken, um nicht den ganzen Aufbau zu erschüttern.
Manche Kameramodelle erlauben es nicht, Belichtungsdauer und Blendenöffnung frei zu wählen. Dann müssen Sie auf die Belichtungs-
Falls Ihre Kamera Bilder zunächst nur in einen Zwischenspeicher schreibt, müssen Sie auch daran denken, Ihre Bilder regelmäßig abzuspeichern. Die Ergebnisse können Sie sich auf dem LCD-Schirm ansehen und die weniger gelungenen gleich löschen. Haben Sie auch keine Scheu, ausgiebig mit der Belichtung zu experimentieren: Machen Sie von jedem Motiv eine Belichtungsreihe und notieren Sie sich die besten Kamera-
Die richtigen Belichtungszeiten für jeden einzelnen Planeten muss man durch Probieren herausfinden. Ein guter Ausgangswert für Jupiter und Saturn mit einem typischen Schmidt-
Wählen Sie beim Speichern der Aufnahmen die höchste Bildqualität. So nutzen Sie die ganze Auflösung der Kamera und beeinträchtigen die Bildqualität am wenigsten. Die meisten Kameras verwenden das JPEG-
Die Anzahl der Bilder, die Sie machen können, unterscheidet sich von Kamera zu Kamera. Sie hängt vom Speicherplatz, von der Auflösung und vom Dateiformat ab, in dem die Aufnahmen gespeichert werden. Haben Sie eine Aufnahme gemacht, erzeugt die Kamera eine Bilddatei. Diese wird entweder in den Speicher der Kamera oder auf eine herausnehmbare Speicherkarte geschrieben. Ist die Karte oder die Kamera voll, lassen sich die Daten mit einem externen Kartenlesegerät oder mit einem USB-
Übrigens: Sie können auch mit Schwarzweißaufnahmen experimentieren, falls Ihre Kamera dies ermöglicht: Schwarzweißbilder, geschossen mit einem Farb-CCD, können schärfer wirken als farbige Aufnahmen.
Die Stromversorgung
Digitalkameras können sehr verschwenderisch im Umgang mit Batterien sein, besonders wenn der LCD-Schirm ununterbrochen eingeschaltet bleibt. Das bringt Sie in Schwierigkeiten, wenn Steckdose und passender Transformator nicht in Reichweite sind. Manche Kameras verbrauchen einen Batteriesatz schon in weniger als einer halben Stunde. In kalten Nächten verlieren die Batterien ihre Leistungsfähigkeit noch schneller. Der Strombedarf geht so sehr ins Geld, dass es sich lohnt, aufladbare Akkus zu kaufen, wie zum Beispiel Nickel-
Um Schaden an der empfindlichen Elektronik zu vermeiden, sollten Sie Ihre Kamera vor Tau schützen. Bedecken Sie die Kamera, wenn sie nicht gebraucht wird, oder besser noch, lassen Sie die Kamera eingeschaltet, damit sie warm bleibt.
Trotz ihrer Schwächen auf einigen Gebieten sind Digitalkameras aus der Astrofotografie nicht mehr wegzudenken. Zumal die Nachteile stets kleiner werden: Wenn im Verlauf der nächsten Jahre die Auflösung der Digitalkameras immer höher wird, verringert sich gleichzeitig der Qualitätsunterschied zu analogen Geräten. Das heißt aber nicht, dass Sie bis dahin warten sollten, um die neuen, spannenden Möglichkeiten in der Astrofotografie für sich zu entdecken!
















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