Hyperaktive Kinder
Das hyperkinetische – oder auch psycho-organische – Syndrom beruht nach neueren Erkenntnissen auf einer Störung der Selbstkontrolle. Möglicherweise entwickeln sich bestimmte Regelsysteme im Gehirn für Aufmerksamkeits- und Impulssteuerung nicht richtig, und vermutlich ist dies genetisch bedingt.
Russell A. Barkley
Seit den vierziger Jahren gebraucht man in der Psychiatrie verschiedenste Bezeichnungen für solche äußerst impulsiven und unruhigen, permanent störenden Kinder, die kaum zuhören und sich sehr schlecht konzentrieren können. Häufig sprach man früher von einer "minimalen cerebralen Dysfunktion", vom "kindlichen hirnorganischen Psychosyndrom" oder einfach vom "hyperaktiven Syndrom des Kindes". In der Schweiz ist heute der Ausdruck "psycho-organisches Syndrom" üblich; in Deutschland hat sich "hyperkinetisches Syndrom" durchgesetzt. (Der Autor gebraucht den in Amerika seit neuerem gebräuchlichen Terminus attention-deficit hyperactivity disorder, ADHD, also "Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit Hyperaktivität"; auch die Weltgesundheitsorganisation benutzt als Überbegriff attention-deficit disorder; ADD; nicht alle Kinder nämlich, die schlecht aufpassen können, sind gleichzeitig hyperaktiv – manche sind äußerst verträumt, was der Autor aber nicht thematisiert; in diesem Text ist mit "Hyperaktivität" immer ADHD gemeint; die Redaktion.) Das Hin und Her der Namensgebung zeigt, wie schwer man sich lange mit dem Verhaltensbild tat. Die Ex


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