Jagdspeere der jüngeren Altsteinzeit
Cro-Magnon-Handwerker entwickelten verschiedene Generationen von Speerspitzen aus Geweih und Knochen. Der Nachbau solcher Waffen und die Erprobung der Replikate offenbaren die Kunstfertigkeit der eiszeitlichen Großwildjäger und ihr tiefes Verständnis für das Material.
Heidi Knecht
Mit dieser Methodik habe ich Jagdwaffen und -techniken der Cro-Magnon-Menschen untersucht, der ersten anatomisch modernen Vertreter unserer Gattung in Europa, die hier während der letzten Eiszeit (vor 40000 bis vor 12000 Jahren) umherstreiften. Relikte ihrer Gerätschaften, Beutetiere und Nahrungsabfälle belegen ihr Können in der Großwildjagd. Dennoch war bislang wenig darüber bekannt, wie sie ihre äußerst tauglichen Waffen entwickelt, gefertigt, verwendet und gepflegt haben.
Zu ihrer Ausrüstung gehörten vermutlich unter anderem Schlingen und Fallen aus Pflanzenfasern, tierischen Sehnen und Holz; sie sind seit langem vergangen. Zu den Innovationen ihrer Zeit zählen aber vor allem Speere, deren hölzerne Schäfte mit scharfen Spitzen aus Stein, Geweih, Knochen oder Elfenbein versehen waren. Bis auf wenige Ausnahmen sind uns allein diese erhalten geblieben, doch in so reicher Zahl von vielen Orten Europas, daß genügend Material für eingehende Analysen vorhanden ist.
Gegenstand meiner Untersuchung waren vier Typen von Geschoßspitzen aus dem Jungpaläolithikum, dem letzten Abschnitt der Altsteinzeit, und zwar aus der Periode vor 40000 bis vor 22000 Jahren. Dabei stützte ich mich auf Funde aus Frankreich (anderwärts in Europa gab es ähnliche Entwicklungen, allerdings unter Umständen zu anderen Zeiten).
Aus früheren Forschungen waren mir prinzi


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