Jahrtausendelang galten Kometen als Unglücksboten. Um 400 vor Christi Geburt unterschieden chinesische Astronomen 29 Arten von ihnen – die meisten kündigten angeblich Unheil an. Aristoteles sah in den Schweifsternen Drohzeichen der Götter und prägte damit für über zwei Jahrtausende das Bild dieser Himmelserscheinungen in der abendländischen Kultur. Selbst am Ende unseres Jahrhunderts bedrohen Kometen und Asteroiden in Katastrophenfilmen noch immer die Existenz von Menschheit und Erde.

Die Kometenfurcht ist allerdings nicht völlig unberechtigt. Neuere Untersuchungen legen nahe, daß der Aufprall eines kosmischen Geschosses auf die Erde das Aussterben der Dinosaurier verursachte. Entsprechend gespannt verfolgten Wissenschaftler und Öffentlichkeit, wie 1994 der Komet Shoemaker-Levy 9 in den Planeten Jupiter einschlug.

Angesichts des schlechten Rufs der Schweifsterne als Todbringer mutet es ironisch an, daß nach jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerechnet sie es waren, die dem irdischen Leben auf die Sprünge geholfen haben. Bildlich gesprochen, sind Kometen überdimensionale schmutzige Schneebälle, die hauptsächlich aus Wassereis und gefrorenen Gasen bestehen. Wie Weltraumforscher seit Anfang der sechziger Jahre vermuten, könnten diese kosmischen Eisklumpen einige hundert Millionen Jahre nach der Entstehung unseres Planeten in großen Mengen auf die gerade erkaltete Erdoberfläche gestürzt sein und dort die lebensfreundlichen Ozeane und eine kohlendioxidreiche Atmosphäre geschaffen haben.

Unser Team am Astrochemischen Labor des Ames-Forschungszentrums der NASA in Moffett Field (Kalifornien) und eine wachsende Zahl anderer Forscher gehen aber noch weiter. Wir sind inzwischen überzeugt davon, daß die Himmelsboten auch biochemische Grundstoffe mitführten. Einige dieser extraterrestrischen organischen Moleküle bilden halbdurchlässige Hohlkörper, in denen womöglich die ersten zellulären Prozesse abliefen. Andere haben wahrscheinlich die ultraviole