Kernfusion mit dem Pinch-Effekt
Läßt sich mit intensiven Röntgenstrahl-Pulsen von wenigen milliardstel Sekunden Dauer eine kontrollierte Kernverschmelzung zünden? Die Aussichten dafür haben sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert.
Gerold Yonas
Inzwischen mühen sich Wissenschaftler schon ein halbes Jahrhundert um das, was man als Gral der Energieforschung bezeichnen könnte. Doch nach wie vor erklären die Experten, daß wir von der Zündung noch rund zehn Jahre entfernt seien. Die Energiekrise der siebziger Jahre ist lange vergessen und die Geduld derer, die immer größere und teurere Forschungsreaktoren finanzieren sollen, gelinde gesagt, strapaziert. Vor nicht einmal drei Jahren wollte ich die Arbeit an den Sandia-Nationallaboratorien in Albuquerque (New Mexico) aufgeben. Wir waren immer noch um den Faktor 50 von dem zur Fusionszündung benötigten Produkt aus Dichte, Temperatur und Einschlußzeit des Plasmas entfernt.
Doch inzwischen habe ich neue Hoffnung geschöpft, daß sich das Sonnenfeuer doch noch innerhalb der nächsten zehn Jahre im Labor entfachen läßt. Der Grund ist ein neues Gerät, die sogenannte Z-Machine, die äußerst intensive Röntgenpulse abfeuern kann (Bild 1).
Die Wasserstoffbombe liefert den Beweis, daß die Kernfusion möglich ist. Hier dient eine explosive Kernspaltungsreaktion als Zünder (Bild 2 links). Die dabei ausgesandte Strahlung heizt Wasserstoff in einem Behälter im Innern der Bombe auf und


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