Mangelernährung, Armut und geistige Entwicklung
Unzureichende Nahrung im Kindesalter kann die kognitiven Leistungen Heranwachsender dauerhaft einschränken. Daran ist nicht unbedingt eine irreversible Hirnschädigung schuld, vielmehr ein kompliziertes Ursachengeflecht. Dessen unheilvolle Wirkung läßt sich denn auch durch alsbaldige ausgewogene Ernährung und intellektuelle Förderung mildern.
Unterernährung hat für Kinder schlimme, oft bleibende Folgen. Sie magern nicht nur extrem ab, sondern werden auch anfälliger für Infektionen; im schlimmsten Falle sterben sie gar. Besonders gefährdet sind sie in den ersten Lebensjahren, wenn der sich rasch weiter aufbauende Körper am dringlichsten regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichenden Nährstoffen (Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten) sowie Salzen, Vitaminen und Spurenstoffen, dazu auch stets genügend Flüssigkeit braucht.
Außerdem kann eine in Menge und Zusammensetzung unzulängliche Kost die kognitive Entwicklung (die der Denk-, Wahrnehmungs- und Lernleistungen) hemmen – nicht ausschließlich dadurch, wie man früher meinte, daß das Gehirn dauerhaft strukturell geschädigt wird, sondern auf subtilere und komplexere Weise. Deshalb lassen sich auch bereits bestehende Entwicklungsdefizite teilweise kompensieren. Diese neuen Erkenntnisse haben wichtige Konsequenzen für die Förderung unterprivilegierter Kinder.
Wissenschaftlich wurde der Zusammenhang zwischen Mangelernährung und geistiger Leistung erstmals zu Beginn dieses Jahrhunderts untersucht, aber erst Jahrzehnte später wandte man sich dem Problem ernsthaft zu. Als sich in den sechziger Jahren die Anzeichen für Fehlernährungen von Kindern und Jugendlichen in den Industrienationen mehrten und zugleich die Völkergemeinschaft schwere Nahrungsmängel in den Entwicklungsländern d


Brown ist Direktor des Zentrums für Hunger, Armut und Ernährungspolitik an der Tufts-Universität in Medford (Massachusetts) sowie Professor für Ernährung und Gesundheitspolitik.
Er erforscht seit Jahren gemeinsam mit Ernesto Pollitt Maßnahmen gegen kindliche Fehl- und Unterernährung. Pollitt ist Professor für die Entwicklung des Menschen in der Abteilung für Kinderheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien in Davis; außerdem ist er Mitglied des Programms für internationale Ernährungsfragen.
Er erforscht seit Jahren gemeinsam mit Larry Brown Maßnahmen gegen kindliche Fehl- und Unterernährung.
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