Die meisten Konzepte für eine bemannte Marsmission ähneln sich, soweit es den Flug selbst betrifft: Während ein Lastschiff Treibstoff, eine Rückkehreinheit und andere schwere Komponenten transportiert, reisen die Astronauten in einem separaten Passagierschiff. Die Unterschiede in den Planungen beginnen dann, wenn sich beide Raumfahrzeuge am Roten Planeten treffen.

Es gibt sechs verschiedene Szenarien, die sich nach zunehmender Komplexität und Kosten ordnen lassen:

- eine Umrundung des Mars analog zu den ersten Apollo-Missionen, mit unmittelbarer Rückkehr zur Erde;

- ein längerer Aufenthalt in einer Umlaufbahn um Mars;

- eine Phobos-Deimos-Mission mit Landung und Basis auf einem der Marsmonde, vorzugsweise Deimos (Ph-D-Mission);

- eine erweiterte Phobos-Deimos-Mission, die auch einen kurzen Abstecher auf die Marsoberfläche vorsieht (Ph-D-plus-Mission);

- eine direkte Landung auf Mars mit längerem Aufenthalt und umfangreichem Forschungsprogramm;

- ein ausgedehnter Aufenthalt auf Mars, mit dem Aufbau von Wohn- und Versorgungseinheiten für eine ständig besetzte Forschungsstation.

Welches von diesen Szenarien sich tatsächlich umsetzen lässt, hängt von einem ausgewogenen Kosten-Nutzen-Verhältnis ab. Meiner Meinung nach haben die Ph-D- und Ph-D-plus-Missionen die größten Chancen, denn sie bieten für einen vergleichsweise moderaten Betrag die größte wissenschaftliche Ausbeute.

Deimos wäre ein ausgezeichneter Standort für eine Forschungsbasis. Von dort aus könnten Astronauten die unterschiedlichsten Messinstrumente und Fahrzeuge auf Mars absetzen und steuern. Die fast synchrone Umlaufszeit des Mondes erlaubt 40 Stunden lang einen ununterbrochenen Funkkontakt mit einem Rover. Der zweite Trabant Phobos, der den Planeten in einem kleineren Abstand und somit schneller umläuft, ve