Strategien zum Schutz von Korallenriffen
Werner E. G. Müller
Korallenriffe sind bei Tauchern und Schnorchlern sehr beliebt, denn diese eigenwillige Welt unter der Wasseroberfläche fasziniert den Betrachter durch ihren Reichtum an Arten und Formen. Aufgrund dieser Vielfalt gelten Riffe neben den tropischen Regenwäldern als besonders produktive biologische Ökosysteme. Die verschiedenen Lebewesen sind durch ein enges und vielfach verknüpftes ökologisches Beziehungsgeflecht miteinander verbunden. Darin bilden die Korallen neben Schwämmen und anderen Tieren sowie Pflanzen, wie zum Beispiel den kalkabscheidenden Algen, die wichtigste Organismengruppe, denn sie geben mit ihren Kalkskeletten dem jeweiligen Riff seine Form und Struktur.
Als riffbildend ragen aus den verschiedenen Korallenarten vorwiegend die Steinkorallen heraus. Sie gehören wie die Anemonen und Weichkorallen zu der großen Gruppe der Blumentiere (Anthozoa). Meist leben sie in einer Gemeinschaft (Symbiose) mit einzelligen Algen, den sogenannten Zooxanthellen. Diese erlauben es ihnen, die Ausscheidung von Calciumcarbonat (Kalk) um ein Vielfaches zu beschleunigen, indem sie die Stoffwechselrate erhöhen. Steinkorallen sind jedoch nur dann fähig, Riffe zu bilden, wenn die durchschnittliche Wassertemperatur ihrer Umgebung nicht unter 20 Grad Celsius fällt und für die Zooxanthellen ausreichend Licht zur Photosynthese vorhanden ist. Aufgrund dieser Einschränkungen wachsen Korallenriffe hauptsächlich in den ersten 10 bis 20 Metern der tropischen und subtropischen Meere.
Für das Leben in Küstennähe haben Riffe große Bedeutung. So sichern sie als Wellenbrecher den Erhalt vieler Inseln, wie zum Beispiel auf den Malediven. Darüber hinaus gewinnen Korallen zunehmend an Wer


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