Unsterblichkeitsenzym?
Einzeller verfügen über ein als Telomerase bezeichnetes Enzym, das die schützenden Enden wieder auf die alte Länge bringt. Menschliche Zellen enthalten zwar ebenfalls das Gen dafür, aber es scheint nach der Geburt bei den meisten abgeschaltet zu werden. Die Idee, entartete Zellen könnten deshalb unsterblich werden, weil sich ihr Telomerase-Gen unprogrammgemäß eingeschaltet hat, liegt somit nahe.
Vor zwei Jahren fanden Wissenschaftler dafür ein Indiz. In Kultur gehaltene menschliche Zellen, die durch Tumorviren in entartete verwandelt wurden, begannen das charakteristisch abnorme Wachstumsverhalten zu zeigen; unsterblich – immortalisiert – wurden aber nur die wenigen, die das Telomerase-Gen angeschaltet hatten.
Einer der beteiligten Forscher, Calvin B. Harley vom Unternehmen Geron in Menlo Park (Kalifornien), und Silvia Bacchetti von der McMaster-Universität in Hamilton (Ontario) haben nun bei zumindest einer Krebsform, dem Eierstockkarzinom, etwas Ähnliches belegt: Entartete Zellen der Patientinnen produzierten das Enzym, normale hingegen nicht. Die Telomere der Krebszellen waren zwar kürzer als die der anderen, blieben aber stabil


Dr. Inge Hoefer ist Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft.
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