Der Flug von Apollo 11 vor 25 Jahren und die nachfolgenden bemannten Mondmissionen waren nicht nur Expeditionen zu einem 380000 Kilometer entfernten kosmischen Objekt, sondern gleichsam auch eine mehrere Milliarden Jahre überbrückende Zeitreise. Anhand der Boden- und Gesteinsproben, welche die insgesamt zwölf auf dem Mond gelandeten Astronauten zurückbrachten, ließen sich wichtige Informationen über die faszinierende Geschichte des Erde-Mond-Systems gewinnen (Bild 5): Indizien dafür, wie der Erdtrabant entstanden ist, woraus er besteht und wie alt er ist. Mit den auf der Mondoberfläche zurückgelassenen Meßgeräten vermochten Geophysiker zugleich den inneren Aufbau und die Aktivität des Himmelskörpers zu ermitteln. Ohne das Apollo-Programm hätten diese Entdeckungen – wenn überhaupt – so bald und so zügig nicht gemacht werden können.

Durch die Exkursionen fort von unserem Heimatplaneten hat man auch viel über ihn selbst gelernt. Geologische Prozesse wie Plattentektonik, Vulkanismus, Faltungen, Verwerfungen, Gebirgsbildung, Vereisungen und Erosion haben die Zeugnisse der frühesten Erdgeschichte größtenteils verändert oder zerstört. Der Mond hingegen war weniger aktiv. Zwar entstand auf ihm während der ersten Milliarde Jahre eine verblüffende Vielfalt von Strukturen, aber die Spuren dieser Geschehnisse sind nicht völlig verwischt. Durch Vergleich von Kratern, Lavaströmen und vulkanisch ausgeworfenem Gestein des Mondes mit entsprechenden irdischen Formationen können die Wissenschaftler überprüfen, ob ihre Modelle von deren Entstehungsmechanismen richtig sind.

Selbstverständlich setzten sich die neuen Erkenntnisse nicht sofort nach den Apollo-Flügen durch. Es dauerte einige Jahre, bis die mitgebrachten Proben analysiert und auf der Grundlage der empirischen Daten stichhaltige Theorien entwickelt worden waren. Die konkrete Ausbeute der Apollo-Missionen bestand aus rund 382 Kilogramm lunaren Materials von sechs verschiedenen Landeplätzen. Da es an der Luft