War 'Ötzi' Vegetarier wider Willen?
Stephen Macko von der Universität Virginia schloss aus den Isotopen-Verhältnissen von Stickstoff und Kohlenstoff im Haar auf eine vegetarische Lebensweise (The FASEB Journal, März 1999). An der Universität Glasgow haben James Dickson und seine Kollegen jedoch im Dickdarm des Gletschermannes neben Getreide, Moos, Pollen und Wurmeiern auch verdaute Muskelfasern gefunden (Philosophical Transactions of the Royal Society of London B, Dezember 2000). Eine Lösung dieses Widerspruchs bietet nun der Anthropologe Stanley Ambrose von der Universität Illinois: Während die Haaranalyse etwas über die Nahrung des vergangenen Monats verrät, geben Spuren im Verdauungstrakt die Speisekarte der letzten Mahlzeiten wieder. Falls der Gletschermann wenig Fleisch aß, dann vermutlich nicht aus Überzeugung, sondern mangels Möglichkeit.


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