Warum Geben (manchmal) seliger ist denn Nehmen
Tue Gutes und rede darüber, besagt ein ironisches Motto. Tatsächlich zeigen neue spieltheoretische Simulationen, daß Großzügigkeit sich auszahlt, wenn sie in der Öffentlichkeit stattfindet: Indem sie das soziale Ansehen hebt, fördert sie die Kooperationsbereitschaft der Mitmenschen – zum Vorteil des Spenders.
Dr. Michael Springer
Vielleicht wird es deshalb später Verhaltensforscher und beschäftigt sich mit der Entstehung von Kooperation zwischen Organismen, deren jeder für sich genommen dazu tendiert, als krasser Egoist durchs Leben zu gehen. Solche Untersuchungen gehen gegenüber dem moralischen "Du sollst" den umgekehrten Weg: Sie steigen vom Einzelnen zum Allgemeinen auf ("bottom-up") und versuchen soziales Verhalten in Gruppen mit dem Nutzen zu begründen, den es für das Mitglied hat.
Kooperation auf Basis von Gegenseitigkeit
Am einfachsten zu erklären ist das Entstehen von Altruismus unter Verwandten – sofern man das soziobiologische Postulat vom Egoismus der Gene gelten läßt. Danach hat sich diese Form der Kooperation evolutionsbiologisch durchgesetzt, weil die Unterstützung von Mitgliedern der eigenen Sippe zugleich die Verbreitung der eigenen Gene fördert, die man mit seinen Familienangehörigen überwiegend teilt. Aber auch unter nicht verwandten Egoisten kann sich, wie einfache spieltheoretische Modelle gezeigt haben, Zusammenarbeit entwickeln, da letztlich alle davon profitieren. Der bescheidene Star unter den erfolgreichen kooperativen Strategien ist Tit for Tat (Wie du mir, so ich dir); dieses simple Programm beginnt kooperativ, zahlt eine etwaige Rücksichtslosigkeit des Spielpartners mit glei


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