In weit mehr als tausend wissenschaftlichen und technischen Datenbanken unterschiedlicher Spezialisierung und Größe ist das Wissen unserer Zeit interaktiv abfragbar gespeichert. Die Retrieval-Software gestattet außer zielgenauem Suchen nach einzelnen Literaturstellen auch sogenannte informetrische Recherchen – statistische Charakterisierungen von gewissen Mengen von Datensätzen. Untersuchungsgegenstände der Informetrie sind die Schriften eines Autors, die Forschungen eines Instituts, eines Landes, einer Sprachregion, eines Themengebietes oder einer Disziplin. Die informetrischen Maße werden so zu Indikatoren wissenschaftlicher Produktivität und deren Wirkung.

Doch trotz der weiten Einsatzgebiete dieser Indikatoren in der Wissenschaftsevaluation sind deren methodologische Probleme alles andere als gelöst. Kritiker wie Wolfgang Glänzel von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest und Urs Schöpflin vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte werfen der Indikatorenforschung vor, sie diene vorwiegend den kurzfristigen Interessen der Wissenschaftspolitik und -planung und reduziere ihren wissenschaftlichen Gehalt auf die bloße Präsentation von Datensätzen – Grund genug also, sich mit den Problemen der Wissenschaftsevaluation und ihrer Methoden, der Publikations-, Themen- und Zitationsanalysen, zu befassen.

Publikationen als Indikatoren

Forschungsleistung schlägt sich in der Regel in Texten nieder, in Fachartikeln oder -büchern, in offengelegten Patentschriften oder in Gutachten. Datenbanken sammeln nach jeweils eigenen Auswertungsregeln denjenigen Teil der wissenschaftlichen und technischen Texte, der als dokumentationswürdig eingestuft wird.

Je nach Erfassungsregelwerk werden Autoren- und Institutsnamen unterschiedlich angesetzt, wobei auch Tippfehler nicht ausbleiben. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden die Einträge nach Themen selektiert und nicht nach Autoren oder Institutionen. So ergibt sich berei