Vor der Hochzeit hatte Charles Darwin ihr alles gebeichtet. Dass er gerade dabei war, die Geschichte des Lebens neu zu schreiben. Dass nach seiner Überzeugung alle Lebewesen eine gemeinsame Abstammung hätten. Und dass die Arten nicht Gottes unendlicher Kreativität entsprängen, sondern Produkte eines blinden mechanischen Prozesses seien, der sie über die Jahrmillionen allmählich verändere. Allein das war pure Ketzerei. Doch sogar an der Überlegenheit des Menschen hegte Darwin Zweifel. Dem biblischen Schöpfungsbericht glaubte der Mann, der einmal um die ganze Welt gereist war und nun um Emma Wedgwoods Hand anhielt, kein einziges Wort mehr.

"Mein Verstand sagt mir, dass ehrliche und gewissenhafte Zweifel keine Sünde sein können", schrieb die zutiefst religiöse Emma ihrem Verlobten in einem mahnenden Brief im November 1838. "Aber ich habe doch das Gefühl, dass es eine schmerzhafte Kluft zwischen uns bedeuten würde." Durch Bibellektüre sollte ihr Charles zum rechten Glauben zurückfinden: "Ich bitte dich, die Abschiedsworte unseres Heilands an seine Jünger zu lesen, die am Ende des 13. Kapitels von Johannes beginnen." …