Ex oriente lux
Von der Weidenrinde zum Aspirin
Die Ägypter kannten schon im 4. Jahrtausend v. Chr. die heilende Wirkung von Pflanzen. Dies belegen archäologische Funde. Seit dem 16. Jahrhundert v. Chr. hielten sie ihr pharmazeutisches Wissen auf Papyri fest. Ex oriente gelangte es nach Europa – und bildete dort die Grundlage jener Heilkunst, die im 19. Jahrhundert in die Produktion synthetischer Arzneimittel mündete.
Das Wissen der Ägypter um die lindernde Wirkung dieser und anderer Heilpflanzen wurde weitergegeben: Im 1. Jahrhundert n. Chr. verschrieb sie der aus Anazarbos (Kleinasien) stammende und in Rom lebende Arzt Dioskurides (Bild rechts) in seinem Leitfaden "Materia medica" bei Ohrenleiden. Die Kenntnis über die Wirkung der Weidenrinde gelangte so nach Europa und führte hier 1897 etwa zur synthetischen Herstellung des Schmerzmittels Aspirin.


Detlev Quintern lehrt am Institut für Kulturwissenschaft der Universität Bremen. Claudia Mocek ist Redakteurin bei epoc.
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