Nur wenige Vögel besitzen einen Penis, die Moschusente gehört dazu: Der Erpelphallus kann bis zu 20 Zentimeter lang werden.
Die Erpel setzen auf diese Taktik, weil es bei Enten sehr häufig zu erzwungenen Begattungen kommt, denen sich die Weibchen durch Flucht entziehen wollen. Angesichts der schnellen Reaktion der Männchen reicht dies aber häufig nicht aus, weshalb sie offensichtlich auch anatomisch darauf reagieren: Ihre Vagina verformt sich durch Muskelverkrampfungen ebenfalls korkenzieherförmig, jedoch genau spiegelverkehrt zur Drehrichtung des Penis. Und damit scheinen sie die Kopulation tatsächlich so weit zu erschweren, dass sie sich dem Männchen entziehen können, bevor es zur erfolgreichen Paarung kommt, wie Labortests andeuten.
Zu diesem Zweck ließen die Forscher Moschusentenerpel mit unterschiedlich geformten Glasröhrchen kopulieren – die Tiere waren darauf trainiert, weil sie auf einer kommerziellen Farm darauf abgerichtet worden waren, Samen für künstliche Befruchtungen zu liefern. In Röhrchen, die gerade geformt waren oder die gleiche Spiralrichtung wie das Genital hatten, konnte sich der Phallus ungestört und schnell entfalten und seinen Samen abgeben. Bildete die Windung jedoch den Gang der Vagina nach, blieb das Geschlechtsorgan unterwegs meist stecken. Zusammen mit sackgassenartigen Endungen im Geschlechtsorgan, die das Glied in die Irre leiten, können die Weibchen also erzwungene Befruchtungen meist verhindern – diese gelingen nur, wenn die Ejakulation möglichst tief erfolgt, was wiederum eher bei freiwilligen Paarungen mit entsprechender langfristiger Kopulation der Fall ist. (dl)





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