Schlauer, schneller, effektiver - Pharmakonzerne investieren Milliarden in die Erforschung der mentalen Leistungssteigerung mittels Pillen und Präparaten. Nur: Die Wirksamkeit vieler Medikamente lässt sich klinisch nicht nachweisen, und langfristige gesundheitliche Schäden sind kaum abzuschätzen.
Mathias Berger ist ärztlicher Direktor der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Claus Normann arbeitet dort als Oberarzt.
Berlin: Auf einer Pressekonferenz gab die Neuropsychologin und Leibnizpreisträgerin des Jahres 2010 Rita Lien bekannt, sie nehme seit Jahren Hirndopingmittel ein. Frau Lien bot an, den mit mehreren Millionen Euro dotierten Forschungspreis zurückzugeben. Die meisten ihrer bahnbrechenden Arbeiten seien unter dem Einfluss von Wachmachern und konzentrationsfördernden Mitteln entstanden; nur so habe sie dem ungeheuren Druck standhalten können, in immer kürzerer Zeit neue Ergebnisse produzieren und große Summen Drittmittel einwerben zu müssen. Die Forscherin entschuldigte sich bei ihren Mitarbeitern, der Universität sowie der Öffentlichkeit und erklärte ihren Rückzug aus der Wissenschaft.
Sind solche Szenarien pure Fiktion – oder könnten sie schon bald Wirklichkeit werden?
bei der Lektüre des ganzen Artikels habe ich auf die historischen Hinweise auf Kaffee, Tee, Schokolade, Alkohol etc. gewartet. Das sind bekannte und erprobte Gehirndopingmittel, milliardenfach eingesetzt, bestens bekannt und durchaus sehr wirksam.
Was brauchen wir da jetzt noch eine ethische Diskussion? Doping ist usus. Seit Jahrzehnten. Ein kleines Bier, und man ist ruhig und top fit. Eine Tasse Tee in der Nacht, und es kann weitergehen. Etwas Schokolade, und schon geht es den meisten Frauen deutlich besser.
Nur weil es in Tablettenform daherkommt und Leute mit weißen Kitteln ein großes Geschwurbel drumrumfabulieren, müssen Psychopharmaka doch nicht besser oder gar "neu" sein ... Das ist wieder mal typisch deutsch und obrigkeitshörig: "Ja, Herr Doktor, gewiss, Herr Doktor, wunder was es bewirkt, Herr Doktor."
Sicher wird es neue Mittel geben, die wahrscheinlich sogar besser wirken als alles Bekannte. Aber was ist angesichts von Alkohol, Kaffee, Tee, Zucker, Vitamin-Pillen jetzt anders? Warum ist das verwerflich, wenn es in Tablettenform daherkommt und nicht als heiße Tasse? Schluckt man ein Mittel aus einem 5-ml-Plastik-Medizinbecher, ist es wohl etwas anderes, als wenn man 5 ml Wodka aus einem Glas-Gefäß trinkt?
IQ- und Gehirn-Doping macht die Menschheit schon sehr lange. Es ist bereits akzeptiert. Jeder macht's. Und es gibt einen gehörigen Unterschied zum Sport-Doping. Dort schädigt der gedopte seine Gesundheit und den fairen Wettbewerb (und mittlerweile auch das Geschäft, dass er mit seiner Leistung macht).
Wenn man gehirngedopt nur besser arbeiten kann, es keine Nebenwirkungen gibt, was ist daran verwerflich? Niemand wird geschädigt. Ich werde weiter Kaffee zu mir nehmen.
Ich finde es nicht richtig, diese NEPs mit Kaffee und Co. zu vergleichen, es ist eine gefährlich Verharmlosung. Diese NEPs, von denen man die genauen Wirkungen und Nebenwirkungen auf das Gehirn noch nicht kennt, aber die bewiesenermaßen einen Einfluss auf unsere grauen Zellen ausüben, verändern unser Wesen massiv. Und nicht zu sprechen von dem Preisunterschied und damit die Verfügbarkeit für nur wenige! Vielleicht steigern diese NEPs nicht nur Konzentration und Leistung (Im Übrigen: Ist das überhaupt erstrebenswert, noch mehr Konkurrenzdruck zwischen den Menschen zu schaffen?), sondern auch Impulsivität, Aggressivität etc., also "negative Qualitäten".
Und wieso gibt es "einen gehörigen Unterschied zum Sport-Doping"? Wenn ich mich dope, ist es doch, weil ich etwas erreichen will, was ich ohne diese Mittel nicht erreichen könnte, z.B. mehr Publikationen, besseren Ruf/Ergebnisse im Beruf. Wo bleibt da der faire Wettbewerb?
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1. Wodka oder Pille - wo ist der Unterschied?
13.09.2008, David Göhler, Vaterstettenbei der Lektüre des ganzen Artikels habe ich auf die historischen Hinweise auf Kaffee, Tee, Schokolade, Alkohol etc. gewartet. Das sind bekannte und erprobte Gehirndopingmittel, milliardenfach eingesetzt, bestens bekannt und durchaus sehr wirksam.
Was brauchen wir da jetzt noch eine ethische Diskussion? Doping ist usus. Seit Jahrzehnten. Ein kleines Bier, und man ist ruhig und top fit. Eine Tasse Tee in der Nacht, und es kann weitergehen. Etwas Schokolade, und schon geht es den meisten Frauen deutlich besser.
Nur weil es in Tablettenform daherkommt und Leute mit weißen Kitteln ein großes Geschwurbel drumrumfabulieren, müssen Psychopharmaka doch nicht besser oder gar "neu" sein ... Das ist wieder mal typisch deutsch und obrigkeitshörig: "Ja, Herr Doktor, gewiss, Herr Doktor, wunder was es bewirkt, Herr Doktor."
Sicher wird es neue Mittel geben, die wahrscheinlich sogar besser wirken als alles Bekannte. Aber was ist angesichts von Alkohol, Kaffee, Tee, Zucker, Vitamin-Pillen jetzt anders? Warum ist das verwerflich, wenn es in Tablettenform daherkommt und nicht als heiße Tasse? Schluckt man ein Mittel aus einem 5-ml-Plastik-Medizinbecher, ist es wohl etwas anderes, als wenn man 5 ml Wodka aus einem Glas-Gefäß trinkt?
IQ- und Gehirn-Doping macht die Menschheit schon sehr lange. Es ist bereits akzeptiert. Jeder macht's. Und es gibt einen gehörigen Unterschied zum Sport-Doping. Dort schädigt der gedopte seine Gesundheit und den fairen Wettbewerb (und mittlerweile auch das Geschäft, dass er mit seiner Leistung macht).
Wenn man gehirngedopt nur besser arbeiten kann, es keine Nebenwirkungen gibt, was ist daran verwerflich? Niemand wird geschädigt. Ich werde weiter Kaffee zu mir nehmen.
2. Kaffee und Co auf einer Ebene mit Dopingmitteln?
23.10.2009, France SkovUnd wieso gibt es "einen gehörigen Unterschied zum Sport-Doping"? Wenn ich mich dope, ist es doch, weil ich etwas erreichen will, was ich ohne diese Mittel nicht erreichen könnte, z.B. mehr Publikationen, besseren Ruf/Ergebnisse im Beruf. Wo bleibt da der faire Wettbewerb?