»Denn die einen sind im Dunkeln, und die andern sind im Licht«, textete Bertolt Brecht im Jahre 1930, als er seine Moritat von Mackie Messer für die geplante Verfilmung der Dreigroschenoper um eine Schlussstrophe ergänzte. Und weiter: »Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.« Was Brecht auf einen Londoner Unterweltboss bezog, der die Polizei auf Trab hielt, trifft auch auf eine moderne Unbekannte zu, nach der die Astronomen fahnden. Mangels näherer Beschreibung gaben sie ihr einen kryptischen Namen: Dunkle Materie.
Dunkel ist für die Astronomen alles, was nicht selbst leuchtet – Dunkelwolken
etwa, Ansammlungen aus Gas und Staub, die das Licht dahinter stehender Sterne verdecken. Aber diese Wolken bestehen aus uns vertrauter Materie, die Licht zumindest reflektieren oder absorbieren kann. Mit der gesuchten »Dunklen Materie « verhält es sich indes anders: Selbst wenn wir sie körperlich vor uns hätten, sähen wir sie nicht, denn sie reagiert in keiner Weise mit Licht. Strahlten wir sie mit einer Taschenlampe an, würde der Lichtkegel ungehindert durch sie hindurchgehen. Die Unsichtbare würde sich nur durch die Wirkung ihrer Schwerkraft offenbaren, denn sie hat eine Masse, und über diese übt sie eine Gravitationswirkung auf ihre Umgebung aus. Eine Verdächtige mit Tarnkappe sozusagen.
»Dunkel« mag aber auch bedeuten, dass die Gesuchte gar nicht existiert. Das wäre etwa dann der Fall, wenn die Theorie, auf welche die Astronomen ihre Suche gründen, nicht gültig ist. Aus den Bahnstörungen des Planeten Merkur zum Beispiel schlossen manche Forscher einst, es müsse einen Planeten namens Vulkan geben, der die Sonne auf noch engerer Bahn umrunde. Doch in Wahrheit war die Theorie falsch: Die klassische Gravitationstheorie versagt beim Beschreiben von Merkurs Bahn. Sie muss ersetzt werden durch Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie.
Ist die Dunkle Materie also nur ein Phantom? Oder tatsächlich eine neue, noch unbekannte Form der Materie? Die Kosmologen Matthias Bartelmann und Matthias Steinmetz tragen alle Indizien für Sie zusammen (S. 32).
Am 26. Mai 2010 hat die Flugzeugsternwarte SOFIA, das deutsch-amerikanische
Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, erfolgreich ihren »First Light
Flight«, den Beobachtungserstflug,...
Alle zwei Jahre versammelt sich auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld die globale Luft- und
Raumfahrtindustrie zur »Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung« ILA.
Diesmal war die Raumfahrt eher...
Eine alte Frage der modernen Astronomie ist die nach der Eigenbewegung
der Sonne relativ zu den Sternen ihrer Umgebung im Milchstraßensystem.
Jetzt stellt sich heraus, dass die Bewegung der Sterne...
Fünf Arbeiten zu Astronomie und Astrophysik waren in diesem Jahr im Bundesfinale
des Wettbewerbs »Jugend forscht« im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften am
Start. Hier berichtet ein Mitglied der...
Die allermeiste Materie im Universum entzieht sich unseren Blicken, weil sie nicht
mit Licht in Wechselwirkung treten kann. Verschiedene Indizien weisen auf eine solche
»Dunkle« Materie hin. Oder...
Der Gipfel des hawaiianischen Vulkans Mauna Kea ist einer der besten Plätze
für die professionelle Astronomie. Der Besuch der Mauna Kea Observatories ist auch
für die allgemeine Öffentlichkeit...
Auf den Namen AX103S hört der neueste Refraktor des japanischen Teleskopherstellers
Vixen. Aufhorchen sollten alle Astrofotografen, denn dieser Apochromat mit
103 Millimeter Öffnung und einem...
Kometenbegeisterte mussten sich im vergangenen Jahr ins Zeug legen, um ihre Lieblingsobjekte
zu verfolgen. Doch die Mühe lohnte sich: Der helle Komet Lulin entwickelte
einen auffälligen...
Gerade für Anfänger der Sternbeobachtung ist kein Teleskop nötig,
um die Schönheit der Galaxis zu bewundern. Der Autor führt in
diesem Beitrag durch einen Beobachtungsabend mit dem Feldstecher,
hin...
Am 29. Mai 2010 verwandelte sich die Gesamtschule Bockmühle im Essener Stadtteil
Altendorf für einen Tag in ein Mekka für Amateurastronomen. Der »Astronomische
Tausch- und Trödeltreff« (ATT) lockte...