Als Charles Darwin 1859 sein Werk »On the origin of Species« (Über die Entstehung der Arten) publizierte, löste er eine Explosion im Verständnis der biologischen Evolution aus. Heute wird seine Theorie auf allen Ebenen betrachtet.
Dieses Spezialheft beleuchtet wichtige aktuelle Forschungsfragen: Wie häufig kommt es zur natürlichen Auslese positiver Merkmale? Wie weit ereignet sich die natürliche Selektion tatsächlich auf der molekularen Ebene der Gene? Was ist der Ursprung der genetischen Variation, die der Auslese unterliegt?
Wirkt diese, indem sie individuelle Gene, Organismen oder sogar ganze Gruppen von Tieren, Pflanzen oder Mikroben gewissermaßen einem Fitnesstest unterzieht? Unterliegt der Mensch auch dann noch der natürlichen Selektion, wenn er eine konsequente Kontrolle über seine Umwelt und selbst seine Biologie ausübt?
(17. April 2009)
Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.
Inhaltsverzeichnis
Darwins lebendiges Vermächtnis
6
Als eine der vielleicht wirkmächtigsten wissenschaftlichen Ideen ist Darwins Theorie noch heute ein Motor der Forschung.
Selektion im Test
12
Bei der Evolution von Genen spielt die natürliche Auslese eine weit größere Rolle als vermutet - eine Erkenntnis, die erst durch modernstes genetisches Instrumentarium möglich wurde.
Vom Atom zum Merkmal
20
Hinter der biologischen Vielfalt, auch der unseren, steckt eine ungeahnte Fülle zufälliger Variationen des Erbguts.
Das Problem der Art
28
Um eine allgemein gültige Artdefinition ringen Biologen nicht erst seit Darwin. Doch eine unstrittige Auffassung steht nach wie vor aus.
Spielmaterial für die Evolution
36
Gene verschiedener Organismen gleichen sich teils verblüffend. Beim evolutiven Wandel kommt es oft mehr auf die Schaltelemente an.
Der Stammbaum des Menschen
44
Etwa 180 Jahre nach der Freilegung des ersten menschlichen Fossils haben Paläontologen eine beachtliche Dokumentation über unsere Vorfahren und deren Verwandtschaft zusammengetragen.