Da seine Oberflächentemperaturen zwischen null und vierzig Grad Celsius geschätzt wurden, sollte eventuell dort vorhandenes Wasser flüssig sein – eine Voraussetzung für Leben. Ob dieser oder der wenig später ebenfalls in dem System entdeckte erdähnliche Planet allerdings bewohnbar ist, daran schieden und scheiden sich bisweilen die Geister. Während die einen sich bereits mögliche Lebensformen ausmalen, zweifeln andere, ob die beiden überhaupt eine feste Oberfläche oder ein Magnetfeld besitzen, das sie vor dem Teilchenbombardement ihres Sterns schützt. Und auch die günstigen klimatischen Bedingungen scheinen mehr als ungewiss.
Die Suche geht weiter
Also erdachten findige Leute kurzerhand einen hypothetischen Mond, der die Rolle übernehmen könnte. Außerirdisches Leben sells. Doch warum in die Ferne schweifen, denn auch in unserem Sonnensystem wird die Frage nach wie vor heiß diskutiert. Dabei immer wieder im Gespräch: der Mars. Am 4. August 2007 startete nun die Landeeinheit Phoenix der Nasa erfolgreich in Richtung des Roten Planeten. Im Frühjahr 2008 soll sie dann in der Nähe seines Nordpols landen und dort mit ihrem Roboterarm den Marsboden durchwühlen. Wird sie endlich das erhoffte Wasser oder gar Spuren von Leben finden?
Um eine nicht weniger existenzielle Frage geht es bei der Mission Dawn, die erst am 27. September ins Weltall aufbrach – statt wie geplant im Juli. Glück im Unglück, denn Dawn soll mit dem späteren Starttermin sogar zwei Monate früher im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter ankommen. Mehr als 100 000 Gesteinsbrocken ziehen hier seit Anbeginn des Sonnensystems ihre Bahnen und haben sich seither kaum verändert. Als erste Raumsonde in dieser Region soll Dawn den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres besuchen und damit einen Blick in längst vergangene Zeiten werfen.
Mond im Visier
Zukünftige Raumstationen auf dem Mond scheinen schon längst nicht mehr in weiter Ferne. Doch die Lebensbedingungen sind dort leider alles andere als menschenfreundlich. Wie sich die Schwerelosigkeit oder das harsche Klima des Weltraums auf Organismen auswirkt, probten Wissenschaftler im September unter anderem mit Geckos, Bakterien oder Knochenzellen an Bord des Satelliten Foton-M3. Für 12 Tage schickten sie neben russischen Experimenten über vierzig europäische Experimente aus den unterschiedlichsten Fachgebieten in eine Umlaufbahn der Erde.
Ähnlich wird es auch in dem von der Esa gelieferten Labormodul Columbus zugehen, das eigentlich schon längst an der Internationalen Raumstation ISS angedockt haben sollte. Erst war der Start für Oktober mit der Raumfähre Discovery vorgesehen, dann aber wurde die Angelegenheit auf den 6. Dezember vertagt. Doch auch hier spielte das Glück nicht mit. Denn die Raumfähre Atlantis zeigte defekte Sensoren, und so dürfen wir nicht vor Januar des kommenden Jahres mit einem Abflug rechnen.
Rätselhaftes Leuchten
Weitaus rätselhafter erschien das im August gefundene Loch im All. Ein Bereich mit einem Durchmesser von nahezu einer Milliarde Lichtjahre, der sich frei von Galaxien, Sternen und Gas präsentierte. Nicht einmal Dunkle Materie konnten die Astronomen in dieser sechs bis zehn Milliarden Lichtjahre entfernten Region südwestlich des Sternbilds Orion aufspüren. Der Ursprung dieser Leere ist ihnen bislang unerklärlich. Bereits 2004 war das Gebiet in den Daten des WMAP-Satelliten (Wilkinson Microwave Anisotopy Probe) aufgefallen, der die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung vermessen hatte.
Kehren wir lieber wieder in vertrautere Gefilde zurück. Etwa zu den Magellanschen Wolken, die – wie wir im September erfuhren – nur auf der Durchreise sind und nicht, wie bislang immer geglaubt, fest an die Milchstraße gebunden. Anhand von Geschwindigkeitsmessungen berechnete eine Forschergruppe die Reiseroute der beiden Zwerggalaxien. Statt einem geschlossenen Orbit um die Milchstraße ergab sich dabei eine parabelförmige Bahn.








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