Keine schlechte Idee
"Mond" ist umstritten, aber keineswegs abwegig
Anthony Aguirre
1. "Mond" ist tautologisch. Die Theorie erklärt nur, worauf sie eigens zugeschnitten ist. Sie hat ein paar Zufallstreffer gelandet, aber deren Erfolg wird von den Befürwortern hochgespielt.
2. "Mond" beschreibt eine überraschende, geradezu rätselhafte Regelmäßigkeit in der Entstehung und Entwicklung von Galaxien. Die Standardtheorie der Gravitation gilt noch immer, und die Dunkle Materie existiert – aber sie verhält sich irgendwie "Mond"-gemäß. Bei detaillierter Anwendung auf ungewöhnliche Galaxien oder nichtgalaktische Systeme wird "Mond" versagen.
3. Unter bestimmten Voraussetzungen tritt "Mond" an die Stelle der Newton'schen Dynamik. Diese Modifikation ist ein Teilaspekt einer künftigen Theorie, die Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie ersetzen wird.
Den ersten Standpunkt vertraten bis vor kurzem die meisten Astronomen. Doch seit ein paar Jahren ist diese völlige Ablehnung schwer haltbar. Zahlreiche Folgerungen aus der Milgrom'schen Hypothese haben sich bestätigt – oft durch Arbeiten von durchaus kritisch oder neutral eingestellten Forschern. Zudem gibt "Mond" die Statistik der galaktischen Eigenschaften mindestens so gut wieder wie die Modelle mit Dunkler Materie, obwohl Letztere bei entscheidenden Aspekten der Galaxienentstehung zu Ad-hoc-Annahmen greifen.
Am eindrucksvollsten ist, dass "Mond" die Details der Galaxienrotation vorherzusagen vermag, und zwar bloß ausgehend von der Verteilung der sichtbaren Materie und einem angenommenen festen Verhältnis von Masse zu L


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