Klimaforschung
Kosmische Strahlung macht keine Wolken
Arnolds Team untersuchte, wie so genannte Forbush-Ereignisse die Wolkenbildung beeinflussen. Diese sporadisch auftretenden Sonneneruptionen verursachen einen plötzlichen Rückgang der in die Erdatmosphäre eindringenden kosmischen Strahlung, der wenige Tage anhält. Die Abnahme ist ähnlich stark ausgeprägt wie im Maximum des elfjährigen Sonnenzyklus, weshalb das Ereignis als guter kurzzeitiger Vergleich für die dabei auftretenden kosmischen Veränderungen dienen kann. Während des Sonnenzyklus nimmt die Aktivität der Sonne und damit die Zahl der Sonnenflecken zu und wieder ab. Dadurch schwankt die Stärke der im Sonnenwind eingefrorenen Magnetfelder, welche wiederum die kosmische Strahlung ablenken: Bei aktiver Sonne erreicht entsprechend weniger kosmische Strahlung die Erde.
Insgesamt hat die Sonnenaktivität im vergangenen Jahrhundert zugenommen, weshalb die dänischen Autoren vermuteten, dass die Wolkenbedeckung und somit die Wolkenkühlung abgenommen habe: Wegen der verringerten Strahlung wurden ihrer Meinung nach weniger Ionen in der Atmosphäre aus neutralen Molekülen gebildet, so dass entsprechend die Konzentration an Kondensationskeimen sank, an denen sich Wasserdampf anlagert und schließlich Wolken bilden – für die Forscher ein Hauptgrund für die beobachtete Erderwärmung, was anschließend zu starken und kontroversen Diskussionen in der Klimawissenschaft führte.
Die Max-Planck-Mitarbeiter und ihre Kollegen haben nun in Laborexperimenten die Bildung von Aerosolteilchen aus Ionen überprüft, die hauptsächlich durch Anlagerung von gasförmiger Schwefelsäure wachsen. Erst nach einigen Tagen sind die Teilchen so groß, dass Wasserdampf daran kondensieren kann. Allerdings wird in der Atmosphäre nur selten – etwa bei starken Vulkanausbrüchen – genügend Schwefelsäure gebildet, um die winzigen Aerosolteilchen bis zur Größe von Kondensationskernen anwachsen zu lassen. Diese begrenzte Menge ist somit ein Flaschenhals für die Wolkenbildung durch kosmische Strahlung.
Aus Messdaten der kosmischen Strahlung berechneten die Wissenschaftler die Ionenkonzentration in der Atmosphäre und verglichen sie dann mit Satellitenaufnahmen der Wolkenbedeckung: Beide änderten sich zeitlich völlig unterschiedlich und beeinflussten sich folglich überhaupt nicht – in keinem Wolkenstockwerk fanden die Forscher globale oder regionale Effekte, weder für ein einzelnes noch gemittelt über alle sechs Ereignisse. (mpi)



drucken




bildungslücke |
Reactions |
Mente et Malleo |
Öko-Logisch? |
Gute Geschäfte |
DIE ELEKTROKREATIVE KRAFT |
Landschaft & Oekologie |
Graue Substanz |
Natur des Glaubens |
Con Text |
MENSCHEN-BILDER |
Polarstern unterwegs | 






1. Neue Erkenntnisse scheinen Svensmark dennoch Recht zu geben
06.09.2010, Dr. Jörg Kampmann, PhysikerInzwischen hat Svensmark allerdings wohl neue Erkenntnisse gewonnen, insbesondere mit Hilfe eines in Dänemark durchgeführten Experiments namens SKY - außerdem steht wohl noch das CERN-Experiment CLOUD aus.
Mit SKY weist Svensmark nach, dass die kosmischen Strahlen durchaus an der Beteiligung der unteren Wolkenbildung (bis ca. 3000 Meter) beteiligt sind. Diese wiederum verursachen eine Vergrößerung der Albedo der Erde, was zu Abkühlungseffekten führt. Die kosmischen Strahlen, die von Sternexplosionen tief in der Milchstraße herrühren, und die unsere Erde treffen, werden durch das Magnetfeld der Heliosphäre mehr oder weniger abgelenkt.
Svensmark hat das sehr schön beschrieben in seinem 2008 erschienenen Buch "Sterne steuern unser Klima".
Offensichtlich hat Calogovic diese Erkenntnisse nicht gewusst, sonst hätte er sein Experiment anders gestaltet.
Damit will ich nichts gegen den anthropogenen Einfluss von CO2 sagen. Es könnte aber doch sein, dass eben beide Einflüsse auf unser Klima einwirken, und womöglich noch mehr ...
Dummerweise meint Svensmark allerdings, dass der kosmische Einfluss, das sog. Radiative Forcing, ca. 1,4 W/m2 ist, just genau der gleiche Wert wie der Einfluß von CO2 (Radiative Forcing) ... Immerhin könnte es ja sein, dass jeder hier noch einmal seine Hausaufgaben machen muss.