Mathematik
Die verborgene Ordnung der Quasikristalle
Sie haben eine Ordnungsstruktur, die über viele Atome hinweg ihre Wirkung zeigt; gleichwohl sind sie keine herkömmlichen Kristalle. Abstrakte mathematische Konstruktionen helfen das Geheimnis der Quasikristalle zu enthüllen.
Michael Baake, Uwe Grimm und Robert V. Moody
Manchmal sehen die Beugungsbilder sogar so kristallähnlich aus, dass man auf den ersten Blick meinen könnte, sie spiegelten direkt die Atompositionen im Kristallgitter wider. Sie geben jedoch die Symmetrie eines anderen Gitters wieder, die des dualen (oder reziproken) Gitters.
Fast achtzig Jahre lang glaubte man, das Vorkommen scharfer, punktförmiger Reflexe im Beugungsbild sei auf (gewöhnliche) Kristalle beschränkt; entsprechend galten Translationssymmetrie, Kristallstruktur und rein punktförmige Beugungsreflexe als drei verschiedene Ausdrücke für dieselbe Sache. Es war daher für die Kristallographie ein Schock, als 1982 Materialien entdeckt wurden, deren Beugungsbilder zwar nur punktförmige Beugungsreflexe – wie eben bei den üblichen periodischen Kristallen – zeigen, aber eine fünfzählige Drehsymmetrie aufweisen, die mit einer Gittersymmetrie nicht vereinbar ist! Diese neuen Stoffe, die ganz sicher keine herkömmlichen Kristalle waren, wurden "Quasikristalle" getauft (SdW 10/1986, S. 74, und 6/1991, S. 48). Alsbald suchten die Forscher nach ihren physikalischen Eigenschaften und nach mathematischen Modellen, die ihre Geometrie erklären konnten.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit mathematischen Fragen, die sich aus dieser Entdeckung ergeben. Quasikristalle sind offensichtlich geordnet – sonst hätten s


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