Viele Familien kennen das: Die ältere Angehörige wirkt anfangs nur etwas zerstreut, kann sich Neues schlecht merken und wiederholt sich öfter.

Nun aber wird die früher so rege und aufgeschlossene Dame zusehends vergesslich, fragt immer wieder das Gleiche, sitzt oft nur teilnahmslos da. Sie weiß sich immer weniger zu beschäftigen. Sogar das Interesse an den Enkelkindern scheint sie zu verlieren. Schließlich kann dieser alte Mensch komplizierteren Unterhaltungen nicht mehr folgen und selbst nichts Anspruchsvolleres mehr tun.

Irgendwann kommt die gefürchtete Zeit, in der die Kranke nicht einmal mehr vom nahen Supermarkt nach Hause findet und selbst nächste Verwandte und Freunde nicht erkennt. Innerhalb weniger Jahre wird die aktive und lebenslustige Frau zum Pflegefall. Sogar bei banalsten Alltagsverrichtungen benötigt sie nun Hilfe, vom Waschen, Anziehen und Essen bis hin zum Toilettengang.

Zunehmender geistiger Verfall bis zu Verblödung und Schwachsinn gehört zum Erscheinungsbild mehrerer Krankheiten, die Mediziner allgemein als "Demenz" bezeichnen. Bei ihnen allen versagen Teile des Gehirns immer mehr ihre Arbeit. Gedächtnis, Urteilsvermögen und klares Denken gehen verloren, auch das Gefühlsleben wird immer labiler. Demenzen sind keineswegs eine heutige Erscheinung. Schilderungen solcher Persönlichkeitsveränderungen tauchen schon im alten Griechenland auf. Nur erleben wir solche Menschen heute wegen unserer höheren Lebenserwartung öfter. Denn die meisten Formen von geistigem Abbau treten eher in fortgeschrittenem Alter auf. In westlichen Gesellschaften entwickeln sich diese Krankheiten inzwischen zu einem ernsthaften allgemeinen gesundheitlichen und sozialen Problem: Rund fünfzehn Prozent aller Fünfundsechzigjährigen leiden in irgendeiner Form unter einer Demenz, im Alter von fünfundachtzig sogar jeder Dritte.

Von allen Demenzformen ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste. Allein in Deutschland leben über 800000, nach anderen St