Als Grundlage des pilzfeindlichen Materials diente ein Polymer aus Zuckermolekülen – ein so genanntes Dextran-Hydrogel, das große Mengen Wasser aufnehmen und speichern kann. Dextran-Hydrogele sind für die gute Verträglichkeit mit dem menschlichen Gewebe bekannt. Das Material ist zunächst flüssig und kann in jede beliebige Form gegossen werden. Wird es dann mit UV-Licht bestrahlt, entsteht ein stabiles Polymer.
Amphotericin B ist in Wasser praktisch unlöslich, löst sich jedoch gut in bestimmten organischen Lösemitteln. Um den Wirkstoff zu binden, tauchten die Forscher das Dextran-Polymer in eine Lösung mit Amphotericin B, in der das Polymer das Medikament wie ein Schwamm aufsaugte. Danach wurde das organische Lösungsmittel mit Wasser ausgewaschen, während das Antibiotikum im Dextran-Hydrogel gefangen blieb.
Anschließend setzten die Wissenschaftler das Amphogel dem Hefepilz Candida albicans aus. Innerhalb kürzester Zeit war es um den Pilz geschehen: Eine Kolonie von zehn Millionen Zellen war nach zwei Stunden dahingerafft.
Tierversuche bestätigten diesen Effekt: In Mäuse implantierte infizierte Dextran-Polymere waren nach wenigen Tagen vollständig mit Pilz-Biofilmen überwachsen, während die Amphogel-Oberfläche keine Anzeichen von Pilzbefall zeigte.
Amphogel kann nach Ansicht der Forscher einfach und kostengünstig hergestellt werden. Das Material sei stabil und verliere auch nach vielfachen Anwendungen nichts von seiner Wirkung. Oberflächen, die mit diesem Material beschichtet wurden, könnten daher in Zukunft viele Leben retten.







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