Naturschutz
Mensch und Natur - keine Gegner
Arten- und Umweltschützer begreifen nun: Im Mittelpunkt sinnvoller Schutzmaßnahmen muss auch vor allem das menschliche Wohlergehen stehen.
Warum die Bestände dieser Geier in Indien und den Nachbarländern plötzlich zusammenbrachen, blieb jahrelang völlig rätselhaft. War ihr Lebensraum verschwunden? Oder hatte Umweltverschmutzung Schuld? Erst vor wenigen Jahren fand sich die Ursache: Diclofenac, ein auch bei uns viel gebräuchlicher Wirkstoff in entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten. Er bewirkt bei diesen Vögeln Nierenversagen. Die Vögel nahmen ihn an Rinderkadavern auf, die indische Bauern traditionell für Aasfresser liegen lassen. Bis dahin erhielten Kühe dort oft solche Präparate. Nun ist das weit gehend nicht mehr erlaubt.
Dass die Geier fehlen, birgt unerwartete Gesundheitsgefahren für die menschliche Bevölkerung. Denn hunderttausende Kühe verrotten nun in der Sonne – bester Nährboden für den Milzbranderreger. Auch die Tollwutgefahr nimmt zu, weil sich streunende Hunde bei dem reichen Futterangebot stark vermehren. Unser Beispiel zeigt, wie eng das Schicksal von Tierpopulationen mit menschlichem Wohlergehen verknüpft sein kann


Peter Kareiva und Michelle Marvier forschen seit Jahren zusammen. Kareiva arbeitet als leitender Wissenschaftler bei der amerikanischen Naturschutzorganisation
Nature Conservancy in Arlington (Virginia). Marvier ist
Professorin an der Santa Clara University (Kalifornien). Sie leitet dort das Umweltforschungsinstitut.
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1. Folgen der Verbote im Nationalpark Wattenmeer
08.09.2008, Dr.-Ing. Jürgen Bruns, Meineendlich ein Ansatz, die Menschen und deren Bedürfnisse sinnvoll in ein Naturschutzkonzept zu integrieren und auch Kulturlandschaften sinnvoll unter Schutz stellen zu können. Die Folgen des radikalen Ausschlusses menschlichen Eingreifens lassen sich recht eindringlich am Beispiel des Nationalparks Wattenmeer studieren.
Das Verbot, in den Schutzzonen bestimmte Pflanzen zu sammeln, hat in einigen Gebieten dazu geführt, dass eben diese Pflanzen dort fast ganz verschwunden sind.
Durch das Verbot, Entwässerungsgräben in bestimmten Schutzzonen weiterhin offenzuhalten, und durch das Verbot der Tierhaltung haben sich ehemals artenreiche (Kultur-)Landschaften oftmals in bloße "Schlickwiesen" verwandelt. Zudem erschwert das Verbot der Entwässerung den Küstenschutz.
Beide Verbote wurden trotz heftiger Bedenken und Einwände durch die einheimische Bevölkerung und deren Verwaltungen erlassen. Entsprechend groß ist die Akzeptanz des Nationalparks bei den Ortsansässigen.
Das Konzept der Nationalparks sollte daher einem einfachen Grundsatz folgen: Alles was war, darf bleiben! Es sei denn die Nutzung bzw. der Nutzungsgrad verändert Flora und Fauna nachhaltig.