Graue Zellen, buntes Ich
Bildzoom Graue Zellen, buntes Ich
In den letzten Jahrzehnten haben wir sehr viel über die Arbeitsweise des Gehirns gelernt. Das betrifft sowohl die Funktion der Nervenzellen als auch – auf höherer Ebene – die Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Hirnarealen, die für psychische Leistungen wie das Verstehen von Sprache, die Gedächtnisspeicherung oder auch unser emotionales Erleben maßgeblich sind.
Neurowissenschaftler versuchen dabei in ers­ter Linie zu verstehen, wie das Gehirn ganz allgemein mentale Leistungen erbringt – das heißt, sie erforschen universelle, bei jedem von uns im Prinzip gleich ablaufende Prozesse. Nun wissen wir aber aus alltäglicher Erfahrung, dass sich Menschen durchaus stark voneinander unterscheiden. Der eine ist besonders sprachbegabt, die andere dagegen gewieft im Rechnen oder logischen Schlussfolgern; die eine fürchtet sich leicht, der Nächste fällt durch einen besonders impulsiven Charakter auf.
Solche mehr oder weniger stabilen Vorlieben und Persönlichkeitszüge bilden die Grundlage unserer Individualität …