Gegen Altern scheint bislang kein Kraut gewachsen. Kein käufliches Mittel kann bislang beim Menschen nachweislich den Prozess verzögern – so das Fazit eines Positionspapiers, das 51 Experten im Mai 2002 veröffentlichten. Als "Altern" bezeichnen sie dabei das allmähliche Anhäufen molekularer und zellulärer Schäden, die immer anfälliger und schließlich gebrechlich machen (siehe SdW 8/2002, S. 68). Eine Maßnahme jedoch bringt immerhin bei Tieren, ganz verschiedenen Arten zudem, geradezu unglaublich gute Ergebnisse: Eine stark kalorienreduzierte, aber ernährungsphysiologisch ausgewogene Kost lässt die Tiere länger leben und – noch wichtiger – länger fit bleiben. Vermutlich könnte somit eine entsprechende Diät auch das Altern beim Menschen verzögern.

Für maximale Effekte müsste allerdings jemand seine tägliche Kalorienzufuhr wahrscheinlich um zirka ein Drittel senken. Das hieße beispielsweise, statt 2500 nur 1750 Kilokalorien aufzunehmen. Nur wenige Sterbliche könnten eine solch strenge Diät einhalten, und das auch noch jahrelang. Doch was wäre, wenn eine Pille erfunden würde, welche die physiologischen Effekte der Schmalkost imitierte, ohne zum Hungern zu zwingen? Könnte ein solches Kalorienreduktions-Mimetikum, wie wir es nennen, die Menschen in die Lage versetzen, länger gesund zu bleiben, also erst in einem sehr späten Lebensabschnitt an altersbedingten Leiden – wie Diabetes, Gefäßverkalkung, Herzproblemen und Krebs – zu erkranken?

Wir stellten uns diese Frage erstmals Mitte der 1990er Jahre, nachdem wir auf einen chemischen Stoff gestoßen waren, der bei Nagetieren offenbar viele günstige Effekte einer Kalorienreduktion nachahmte. Seitdem suchen wir und andere Forscher nach einer gesundheitlich unbedenklichen Substanz, die ohne problematische Nebenwirkungen beim Menschen dasselbe Kunststück fertig bringt. So paradox es klingt: Unsere bisherigen Misserfolge sind aufschlussreich – und haben die Hoffnung wachsen lassen, dass sich tatsächlich Kalori